Teil eines Werkes 
3. Th. (1839)
Entstehung
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Die Pickwicker. 15 und die Bierkanne in der Hand haltend, ſich ihm näherte, um ihn zu begrüßen.

»In aller Welt, Sammy, ſagte Weller der Vater, ves iſt ja ſchon zwei Jahr und drüber, daß ich Dir nicht geſehen habe.

»Das iſt auch wahr, alter Kauz,« erwiederte Weller der Sohn.»Wie bekleidet ſich denn die Stief⸗Mama?«

»Ich will Dir'mal ſagen, Sammy,« fuhr Herr Weller der Aeltere fort;»in der ganzen Welt gab's keine nettere Frau als Wittwe, wie meine zweite,'s war ein ganz ſuperbes Weibsbild, Sammy; und alles, was ich jetzo über ihr ſagen kann, iſt, daß es Jammer und Schade iſt, daß, weil ſie ſo'ne angenehme Wittwe war, ſie ihren ledigen Stand aufgegeben hat. Sie benimmt ſich nicht wie'ne brave Frau, Sammy.«

»Was Ihr ſagt?« entgegnete Herr Weller der Jün⸗ gere mit forſchender Miene.

Weller der Aelſere ſchüttelte mit dem Kopfe und fuhr ſeufzend fort.

»Hab' nur einmal zu oft geheirathet, Sammy, hab' einmal zu oft geheirathet. Nimm ein Exempel an

Deinem Vater, mein Junge, nimm Dir Dein ganzes 1

Leben vor Wittwen in Acht, beſonders wenn ſie'ne Schenke halten, Sammy;« und als er dieſen, ſeinen väterlichen Rath mit großem Pathos ertheilt hatte, ſtopfte er von Neuem ſeine Pfeife, und begann wieder mit ſtarken Zügen zu rauchen.

»Bitt' um Verzeihung, Sir,« redete er, auf den Ge⸗ genſtand zurückkommend, nach einer ziemlich langen Pauſe Herrn Pickwick an;»ich will hoffen, daß ich nicht perſönlich geworden bin, Sir; der Herr haben doch keine Wittwe geheirathet?«

»Nein, nein,« gab Herr Pickwick lachend zur Ant⸗