Nicolaus Nickleby. 135
Betrunkener, der recht deutlich und vernehmlich ſprechen will), und jenen Aeußerungen der heftigſten und höchſten Leidenſchaft, ſo wie der Anſtrengung, die er machte, die⸗ ſelbe zu unterdrücken, daß, hätte der Leichnam, der oben lag, ſtatt ſeiner vor dem kauernden Gride geſtanden, er denſelben kaum mehr erſchreckt haben würde.
»Der Wagen,“« ſagte Ralph nach einiger Zeit, wäh⸗ rend welcher er ſeine Wuth niederzukämpfen geſucht hatte. »Wir kamen in einem Wagen her. Iſt er— noch da?«
Gride benutzte freudig dieſen Vorwand, nach dem Fenſter hinzugehen und ſich umzuſehen, und Ralph, der unverwandt in der entgegengeſetzten Richtung hinſah, riß an ſeinem Hemd mit der Hand, die er auf die Bruſt gelegt hatte und murmelte in heiſerem Geflüſter:
»Zehntauſend Pfund! Er ſagte zehntauſend Pfund! Gerade die Summe, die ich geſtern für die beiden Pfän⸗ der zahlte und die morgen zu ſchweren Zinſen wieder ausgeliehen werde ſollten. Wenn das Haus gefallen wäre und er mir zuerſt die Nachricht davon gebracht hätte!— Iſt der Wagen da?«
»Ja, ja,« antwortete Gride, den der heftige Ton der Frage aufſchreckte.»Er iſt da. Aber was für ein hefti⸗
ger Mann ſind Sie!«
»Kommen Sie,« ſagte Ralph, indem er ihm winkte. „»Wir dürfen nicht verlegen ausſehen. Wir wollen Arm
in Arm gehen.“«
»Aber Sie drücken mich ja ſchwarz und blan,⸗ ent⸗ gegnete Gride, der ſich vor Schmerz krümmte.
Ralph riß ungeduldig ſeinen Arm hinweg, ging mit ſeinem gewöhnlichen feſten und ſchweren Tritte die Treppe hinunter und ſtiel in den Wagen. Arthur Gride folgte, ſah Ralph zweifelhaft an, als der Kutſcher fragte, wohin er fahren ſollte, und nannte, da ſein Freund ſchwieg und


