Teil eines Werkes 
6. Th. (1839)
Entstehung
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Nieolaus Nickleby. 159

Wärter, die mit einigen Freunden getrunken, ſeine Ab⸗ weſenheit gar nicht gekannt hätten.

Nachdem ſo die Ruhe wieder hergeſtellt war, ver⸗ ging eine herrliche halbe Stunde, ſo nannte ſie Frank im Verlaufe eines ſpätern Geſprächs mit Timotheus Linkinwater auf ihrem Heimwege in traulichem Ge⸗ ſpräche, und als die Uhr dem Herrn Linkinwater anzeigte, es ſei hohe Zeit zum Aufbruche, verließ man die Da⸗ men, obwohl ſich Frank bereitwillig erboten hatte zu bleiben bis Nicolaus komme, wenn es auch noch ſo ſpät ſei, im Fall ſie ſich im geringſten fürchteten. Da ſie je⸗ doch durchaus nichts zu fürchten hatten, ſo blieb ihm kein Vorwand, länger zu verweilen, und er nußte ſich alſo mit dem treuen Timotheus entfernen.

Faſt drei Stunden lang vergingen in völliger Stille und Käthchen erröthete, als ſie bei ihres Bruders An⸗ kunft fand, wie lange ſie allein, nur mit ihren Gedan⸗ ken beſchäftigt, dageſeſſen hatte.

Ich glaubte wirklich, es ſei keine halbe Stunde ge⸗ weſen, ſagte ſie.

Es müſſen angenehme Gedanken geweſen ſein, Käthchen,« entgegnete Nicolaus heiter,»da Dir die Zeit ſo ſchnell dabei vergangen iſt. Was betrafen ſie denn 2«

Käthchen war verlegen; ſie ſpielte mit irgend etwas auf dem Tiſche, ſah empor und lächelte, ſchlug die Au⸗ gen wieder nieder und ließ eine Thräne fallen.

»Nun, lieb Käthchen,« ſagte Nicolaus, der die Schwe⸗ ſter an ſich zog und ſie küßte,»laß auch Dein Geſicht ſehen. Nicht? Ah, das war nur ein Blick; ſieh mich an, Käthchen, ſieh mich an, daß ich Deine Gedanken in Deinen Augen leſe.«

Es lag in dieſen Worten, obgleich ſie ganz ohne eine beſtimmte Andeutung und bewußtlos geſprochen