Teil eines Werkes 
6. Th. (1839)
Entstehung
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160 Nicolaus Nickleby.

wurden, etwas, das ſeine Schweſter ſo beunruhigte, daß Nicolaus lachend das Geſpräch abbrach und auf häusliche Angelegenheiten brachte, wobei er denn allmä⸗ lig erfuhr, als ſie das Zimmer verließen und mit ein⸗ ander die Treppe hinaufgingen, wie einſam Smike den ganzen Abend geweſen, und zwar ſehr allmälig, denn aui ühe dieſen Gegenſtand ſchien Käthchen nicht gern zu ſprechen.

Der arme Menſch!« ſagte Nicolaus, indem er leiſe an die Thür klopfte;»was mag die Urſache davon ſein?

Käthchen hing an dem Arme ihres Bruders und hatte ſich, da die Thür ſchnell aufgemacht wurde, noch nicht losgemacht, als Smike, blaß und völlig angeklei⸗ det, vor ihnen ſtand.

Biſt Du nicht im Bett geweſen?« fragte Nicolaus.

Nein, nein,« antwortete Smike.

Nicolaus hielt ſeine Schweſter ſanft zurück, die fort⸗ gehen wollte, und fragte:»warum nicht?«

»Ich konnte nicht ſchlafen,« ſagte Smike, der die Hand faßte, die ſein Freund ihm reichte.

Biſt Du nicht wohl?« fragte Nicolaus. 1

»Mir iſt beſſer, viel beſſer,« erwiederte Smike raſch. »Warum läſſeſt Du Dich denn von ſolcher Traurig⸗ keit übermannen?« fragte Nicolaus ganz freundlich wei⸗ ter,»warum ſagſt Du uns die Urſache nicht? Du wirſt ganz anders, Smike.«

»Ja, es iſt wahr, ich weiß es,« antwortete er.»Ich will Ihnen den Grund einmal ſagen, aber nicht jetzt. Ich haſſe mich ſelbſt deswegen; Sie ſind alle ſo gütig und freundlich. Aber ich kann es nicht ändern. Mein Herz iſt ſehr voll, Sie wiſſen es nicht, wie voll es iſt.«

Er drückte die Hand ſeines Freundes, ehe er ſie los⸗ ließ, blickte einen Augenblick Bruder und Schweſter an, die neben einander ſtanden, als rühre ihn deren gegen⸗ ſeitige Liebe zu einander ſehr, ging dann in ſeine Kam⸗ mer zurück und wachte bald nur noch allein unter die⸗ ſem friedlich⸗ſtillen Dache.

Ende des ſechsten Theiles.