156 Nicolaus Nickleby.
„Nach dieſer Rhapſodie ſchnippte der Alte mit den Fingern wohl zwanzig⸗ bis dreißigmal; dann verſank er in eine entzückte Betrachtung der Reize des Fräu⸗ leins La Creevy. Dies war eine günſtige Gelegenheit für Madame Nickleby, eine Erklärung zu geben und dies that ſie denn auch auf der Stelle.
»Es iſt gewiß,« ſagte die würdige Frau, nachdem ſie zur Einleitung einige Male gehuſtet hatte,»es iſt gewiß eine große Erleichterung unter ſolchen Umſtänden, daß Jemand für mich gehalten wird,— eine ſehr große Erleichterung, und ein Umſtand, der noch nie vorge⸗ kommen iſt, obgleich ich mehrmals für meine Tochter Käthchen gehalten worden bin. Die Leute mögen wohl Narren geweſen ſein und ſie hätten es beſſer wiſſen ſollen, aber es bleibt doch wahr, daß man mich auch für ſie hielt. Meine Schuld war es gewiß nicht und es würde ſehr hart ſein, wollte man mich dafür verant⸗ wortlich machen. In dieſem Falle aber würde ich ſehr Unrecht thun, wenn ich zugeben wollte, daß Jemand, beſonders eine Perſon, der ſich große Verbindlichkeiten ſchuldig bin, meinetwegen in Verlegenheit gebracht würde, deßhalb halte ich es denn für meine Schuldigkeit, dem Herrn zu ſagen, er irre ſich, und ich ſei die Frau, die, wie ihm impertinente Leute geſagt, die Nichte der Straßenpflaſterungskommiſſion ſein ſollte, und ihn zu bitten und zu erſuchen, ruhig fortzugehen, bloß«— hier zögerte Madame Nickleby einen Augenblick—»mei⸗
netwegen.«
Man hätte erwarten können, der alte Herr würde
das Zartgefühl dieſer Aufforderung tief empfinden und wenigſtens eine höfliche und paſſende Antwort geben. Wie ſchrecklich war demnach die Verletzung, welche Ma⸗ dame Nickleby erfuhr, als er ſich auf unverkennbare
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