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Nicolaus Nickleby. 141
einmal forthelfen. Wenn Du zwanzig entlaufene Jun⸗ gen einfängſt, werde ich allen zwanzig forthelfen und noch zwanzigmal. Ich will Dir noch mehr ſagen,« fuhr John fort,»da mein Blut einmal warm geworden iſt; Du biſt ein alter Schuft. Und es iſt ein Glück für Dich, daß Du alt biſt, ſonſt hätte ich Dich zu Brei geſchlagen, als Du einem ehrlichen Mas ne erzählteſt, wie Du den ar⸗ men Jungen in dem Wagen gemißhandelt haſt.«
»Einem ehrlichen Manne!« rief Squeers höhniſch.
»Ja, einem ehrlichen Manne!« entgegnete John, „der ehrlich iſt, trotz dem, daß er die Beine unter einen Tiſch mit Dir geſteckt hat.«
„Injurien,« rief Squeers jubelnd.»Zwei Zeugen dafür. Wackford weiß, was ein Eid iſt, er weiß es— wir wollen Sie—! Schuft, he?« Herr Squeers nahm ſein Notizbuch aus der Taſche und ſchrieb es auf.— »Sehr gut. Ich glaube, das koſtet bei den nächſten Aüſihn allein zwanzig Pfund,— ohne die Ehrlichkeit,
err!«
» Siſen!« rief John;»Du thäteſt beſſer, wenn Du die Siſen gar nicht erwähnteſt. Mann, manche Schulen in Yorkſhire ſind ſchon vor die Siſen gekommen und es dürfte Dir wohl nicht eben angenehm ſein, wenn man die Sache wieder aufrührte, das kann ich Dir ſagen.«
Herr Squeers ſchüttelte drohend den Kopf und wurde vor Wuth ganz blaß. Dann nahm er den Arm ſeiner Tochter, zog den kleinen Wackford an der Hand nach und ging nach der Thüre zu.
„»Und Sie,« ſagte Squeers, indem er ſich noch ein⸗ mal umdrehete und Nicolaus anredete, der ſich abſichtlich enthielt, Antheil an dem Wortwechſel zu nehmen, da er den Schulmeiſter bei einer früheren Gelegenheit derbe genug gezüchtiget hatte,„»Sie mögen ſich vorſehen, daß ich nicht bald über Sie komme. Wollen Sie wieder Kinder ſtehlen und entführen, he? Nehmen Sie ſich in Acht, daß nicht die Väter derſelben aufſtehen— merken Sie das!— Nehmen Sie ſich in Acht, daß nicht die Väter derſelben aufſtehen und ſie mir, Ihnen zum Trotze, zurückſchicken, mit der Ermächtigung, mit ihnen vorzuneh⸗ men was mir beliebt.«
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