Teil eines Werkes 
5. Th. (1839)
Entstehung
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142 Nicolaus Nickleby.

Davor fürchte ich mich nicht,« antwortete Nicolaus achſelzuckend und drehete ſich um.

»Sie fürchten ſich nicht?« entgegnete Squeers mit einem teufliſchen Blicke.»Kommt, Kinder!«

»Ich verlaſſe ſolche Geſellſchaft mit neinem Vater für immer,« ſagte Mademoiſelle Squeers, indem ſie ſich verächtlich und hochmüthig umſah.»Ich verpeſte mich, wenn ich dieſelbe Luft wie ſolche Menſchen athme. Armer Herr Browdie! Hil hil hi! Ihn bedaure ich, ihn be⸗ daure ich; er iſt ſo gräßlich betrogen. Hil hil hi! Sie heimtückiſches, intrigantes Weib!«

In dieſem Rückfalle in den majeſtätiſchſten und ſchreck⸗ lichſten Zorn eilte Mademoiſelle Squeers aus dem Zim⸗ mer hinaus. Nachdem ſie aber ihre Würde ſo bis zu dem letzten Augenblicke aufrecht gehalten hatte, hörte man ſie auf dem Gange weinen und ſchluchzen und jammern.

John Browdie blieb hinter dem Tiſche ſtehen und ſah bald ſeine Frau bald Nicolaus, dann Nicolaus und ſeine Frau mit offenem Munde an, bis ſeine Hand zu⸗ fällig auf den Bierkrug fiel. Dieſen ergriff er, hob ihn empor, verdunkelte auf einige Zeit damit ſein Geſicht, Polis Jiaſ Athem, reichte ihn Nicolaus hin und zog die

ingel.

»Heda, Aufwärter!« rief John.»Komm mal hier⸗ her. Schaff' dieſe Geſchichten fort und bring' uns was Gebratenes zum Abendeſſen, was Gutes und viel um zehn Uhr. Bring' auch Branntwein und Waſſer und ein Paar Pantoffeln, die größten im Hauſe, und geſchwind. Soll mich der und jener le ſagte John, indem er ſich die Hände rieb,»nun brauch' ich heute Abend nicht auszugehen, um Jemanden zu holen, und ich will mir hier in aller Bequemlichkeit und Ruhe mal eine Güte thun.«