138 Nieolaus Nickleby.
Mademoiſelle Squeers mit einer tiefen Verbeugung, „beinahe ſo witzig, Madame, wie Sie geſchickt und klug ſind. Wie klug war es von Ihnen, Madame, eine Zeit zu wählen, in der ich bei meinem Vater zum Thee war und Sie ſicher ſein zu können glaubten, ich würde nicht eher kommen bis man mich hole! Nur Schade, daß Sie nicht daran dachten, andere Leute könnten auch ſo klug ſein und Ihre Pläne vereiteln!«
„Kind,« ſagte Madame Browdie, welche die Erfahre⸗ nere und Vernünftigere ſpielte,»Du ärgerſt mich auf dieſe Art nicht.«
„Madame, ich bin kein Kind,« entgegnete Mademvi⸗ di Squeers ſpitzig.»Das dulde ich nicht. Iſt das der
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„Bahl« rief John Browdie ungeduldig.»Sag' ge⸗ rade heraus, was Du zu ſagen haſt, Fanny; ſag', es iſt dinj Lehn und frag' die Leute nicht erſt, ob es iſt oder nicht iſt.«
„Ich danke Ihnen für Ihren guten Rath, Herr Browdie, um den ich Sie aber nicht erſucht hatte,« ent⸗
egnete Mademoiſelle Squeers mit erzwungener Artig⸗ leit;»haben Sie die Gefälligkeit und nehmen Sie mei⸗
nen Taufnamen nicht in den Mund. Trotz meinem
Mitleiden werde ich doch nie vergeſſen, was mir gebührt, Herr Browdie.— Madame,“ ſagte Mademoiſelle Squeers mit plötzlich ſo ſehr geſteigerter Heftigkeit, daß John aufſprang; vich ſage mich auf immer von Ihnen los, ich kenne Sie nicht mehr, ich verlaſſe Sie. Ich möchte kein Kind,« ſetzte Mademoiſelle Squeers höchſt feierlich hinzu,»ich möchte kein Kind Mathilde nennen und könnte ich es dadurch von dem Tode retten.« „»Nun, was das betrifft,« warf John ein,»ſo wird es Zeit genug ſein, über den Namen des Kindes nach⸗ zudenken, wenn es kommt.« „»John!« ſagte die junge Frau,»mach' ſie nicht böſe?2 „»Ohl Böſe machen! Ja,«rief Mademoiſelle Squeers außer ſich.»Böſe machen! Er! Erl Nun ja, böſe ma⸗ chen! Nein, mach' ſie nicht böſe. Schone ihr Gefühl!« »Da es nun einmal nicht anders iſt, als daß der Horcher an der Wand ſeine eigene Schande hört,« ſagte
Madame Browdie,»ſo kann ich es nicht ändern, ſo lei


