Nicolaus Nickleby. 137
»Komm,« fiel Madame Browdie trotz allen Bemü⸗ hungen ihres Mannes, ſie zurückzuhalten, ein, während ſie vortrat,»rede kein ſo albernes Zeug.⸗
»Habe ich Sie nicht begünſtigt, Madame?« fragte Mademoiſelle Squeers.
»Nein,« entgegnete Madame Browdie.
»Freilich, ich darf hier kein Erröthen ſuchen,« ſagte Mademoiſelle Squeers ſtolz,»denn dies Geſicht kennt nur Gemeinheit und freche Keckheit.«
»Nun ſage ich,« fuhr John Browdie dazwiſchen, den dieſe gehäuften Schmähungen ſeiner Frau allmälig in den Harniſch brachte,»ſachte! ſachte!«
»Sie, Herr Browdie,« entgegnete Mademoiſelle Squeers raſch,»Sie bedaure ich, Sie kann ich ich nur bemitleiden.«
»O ho!« meinte John.
»Nein,« fuhr Mademoiſelle Squeers fort, indem ſie ihren Vater von der Seite anſah,»wenn ich auch eine lächerliche Brautführerin bin und ſobald nicht Braut werden ſoll, ſo fühle ich für Sie doch weiter nichts als Mitleiden.“«
Hier ſchielte Mademoiſelle Squeers wieder nach ih⸗ rem Vater, der wiederum ſie anſchielte, als wollte er ſagen:»das war Recht!«
»Ich weiß,« ſagte Mademoiſelle Squeers, indem ſie heftig ihre Locken ſchüttelte,»was Sie haben ausſtehen müſſen, ich weiß, was Sie zu erwarten haben, und wenn Sie mein ſchlimmſter Todfeind wären, ich könnte Ihnen nichts Aergeres wünſchen.«
»Könnteſt Du in dieſem Falle nicht wünſchen, er hätte Dich ſelbſt zur Frau?« fragte Madame Browdie ſehr ruhig und ſanft.
»Ach, Madame, wie witzig Sie ſind!« entgegnete


