136 Niecolaus Nickleby.
ich Wohlgefallen an ſolchem Schmutze unter meinen Füßen fand, den ich nicht mit einer langen Zange be⸗ rühren konnte, ohne mich zu beſudeln? Glauben Sie, Madame, Glauben Sie? O Du gemeine Creatur!«
Mit dieſen Vorwürfen riß Mademoiſelle Squeers die Thüre weit auf, und zeigte den erſtaunten Browdie's und Nicolaus nicht nur ihre eigene, wohlproportionirte Geſtalt in dem züchtigen weißen, ſchon vorher beſchriebe⸗ nen, nur etwas ſchmutziger gewordenen Kleide, ſondern auch die Geſtalt ihres Bruders und Vaters. 4
„Iſt dies der Lohn, der Lohn,« fuhr Mademoiſelle Saueers fort, die in ihrer Heftigkeit die Worte häufig wiederholte,»iſt dies der Lohn für meine Nachſicht und Freundſchaft für dieſes achſelträgeriſche Geſchöpf,— dieſe Schlange, dieſe— dieſe Seejungfer.“(Madewoiſelle Squeers zögerte lange, ehe ſie das letzte Wort ausſprach und ſchleuderte es endlich ſo triumphirend heraus, als wäre damit jede Entgegnung abgeſchnitten.)»Iſt dies der Dank dafür— he?— daß ich ihre Falſchheit, ihre Gemeinheit, ihre Angeln nach der Gunſt gemeiner Men⸗ ſchen ertrug? Freilich, ſie betrug ſich ſchon längſt auf eine Art, daß ich hätte ſchamroth werden ſollen im Namen meines—«
„Geſchlechts,« half Squeers ein, der die Anweſenden mit einem, wirklich mit einem grimmigen Auge anſah.
„Ja,« ſagte Mademoiſelle Squeers,»aber ich danke Gott, daß meine Mutter ebenfalls—«
„Hört! Hört!« rief Squeers; vich wünſche, ſie wäre hier, um dieſer Geſellſchaft die Wahrheit zu ſagen.«
»Iſt dies der Dank dafür— he?«— fuhr Mademoi⸗ ſelle Squeers fort, welche den Kopf gewaltig ſchüttelte und verächtlich zu Boden ſah,»daß ich nur Notiz von dieſer gemeinen Creatur nahm und ſie begünſtigte 2


