134 Nicolaus Nickleby.
»„Ich kannte die Fanny Squeers,« antwortete die Frau,»wir ſpielten als Kinder mit einander, Du weißt es ja.«
„»Nun freilich, das ſage ich eben,« meinte John.»Gut nachbarlich muß man leben und alte Bekannte darf man nicht vergeſſen. Nur nicht Zank, wenn es möglich iſt. Iſt das nicht auch Deine Meinung, Nickleby?«
„Allerdings,« entgegnete Nicolaus,»und Sie handel⸗ ten ſo, als ich Sie nach jenem denkwürdigen Abende zu Pferde auf der Straße traf.«
»Ja,« fagte John.»Was ich ſage, das thu' ich auch.«
„»Das iſt ſchön und männlich,« meinte Nicolaus.— »Mademoiſelle Squeers wohnt bei Ihnen?«
„»Ja,« antwortete John,»ſie iſt ja Tildchens— lächer⸗ liche— Brautführerin. Selbſt eine Braut wird ſie aber wohl ſo bald nicht werden, denke ich.«
„Eben weil ſie hier iſt, Herr Nickleby,« ſagte die junge Frau,»ſchrieb John an Sie, und beſtimmte heute Abend, weil wir glaubten, es würde Ihnen angenehm ſein, nach dem, was vorgefallen iſt, ſie wiederzuſehen—«
„Allerdings, Sie hatten darin ganz Recht,« unter⸗ brach ſie Nicolaus.
„Beſonders,« bemerkte Madame Browdie, und ſie ſah dabei ſehr ſchelmiſch aus,»nach dem, was wir von früheren Liebſchaften wiſſen.«
„Liebſchaften? Nun ja,« ſagte Nicolaus kopfſchüttelnd. „Sie ſcheinen gern ein wenig ſchadenfroh zu necken.«
„Das thut ſie,« ſagte John Browdie, indem er ſeinen dicken Zeigefinger durch eine zierliche Locke ſeiner Frau ſteckte und ſehr ſtolz auf ſie zu ſein ſchien;»ſie war immer ſchadenfroh und neckiſch wie—«
„Nun, wie was?« fragte die junge Frau.
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