130 Nicolaus Nickleby.
wahr, Madame Browdie? Ganz verzweifelt,« fuhr Ni⸗ colaus fort.
»Sie hätten ihn erſt hören ſollen, als wir nach Hauſe gingen, Herr Nickleby,« ſagte die junge Frau.»Ich habe mich in meinem ganzen Leben nicht ſo gefürchtet.«
»Komm, komm,“ ſagte John lachend,»Du wußteſt, daß es nicht ſo bös gemeint war.«
»Ich fürchtete mich wirklich,« antwortete Madame Browdie.»Ich ergab mich ſchon faſt darin, nie wieder mit Ihnen zu ſprechen.«
»Faſt!« ſagte John noch wohlgefälliger lachend.»Sie ergab ſich faſt darin! Und ſie ſchmeichelte und ſtreichelte und ſtreichelte und ſchmeichelte den ganzen lieben Weg. „Warum ließeſt Du jenen Menſchen ſich in Dich verlie⸗ ben?“ fragte ich ſie.„Ich kann nichts dafür,“ ſagte ſie und drückte meinen Arm.»Du kannſt nichts dafür?⸗ ſagte ich.»Nein,“ ſagte ſie und drückte wieder meinen Arm.«
»J, John!« unterbrach ihn die hübſche Frau, die über und über roth wurde.»Wie kannſt Du ſolches dummes Zeug ſchwatzen? So was zu thun iſt mir nicht im Traume eingefallen.«
»Ob Du einmal davon geträumt haſt, weiß ich nicht, ſo unwahrſcheinlich aber iſt es nicht,« antwortete John; „»gethan haſt Du es. Du biſt ein unbeſtändiges, flat⸗ terhaftes und wetterwendiſches Mädchen, ſagte ich. „Nein, unbeſtändig bin ich nicht, John,⸗ ſagte ſie. Ja,“ ſagte ich, unbeſtändig, ſehr unbeſtändig. Jetzt rede nur gar nicht davon, denke nur an den Menſchen bei Schul⸗ meiſters, ſagte ich.„Er!⸗ ſagte ſie.„Ja er,“ ſagte ich. John,“ ſagte ſie, und dabei drängte ſie ſich viel dichter an mich und drückte noch ſtärker als vorher, hältſt Duss denn für möglich, daß mir an jenem Gebackenen⸗


