Teil eines Werkes 
5. Th. (1839)
Entstehung
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Nicolaus Nickleby. 127

einer Zunge, einer Taubenpaſtete, einem kalten Huhn, einem Kruge Bier und andern derartigen Gegenſtänden, die in entarteten Städten gewöhnlich zu einem Mittags⸗ eſſen oder auch zu einem beſonders ſoliden Frühſtücke ge⸗ rechnet werden.

John Browdie ging, die Hände in den Taſchen, ruhe⸗

los um dieſe Delikateſſen herum, blieb gelegentlich ein⸗

mal ſtehen, um die Fliegen mit dem Tuſchentuche ſeiner Frau von der Zuckerdoſe zu verjagen, oder einen Thee⸗ löffel in die Milchkanne zu tauchen und ihn ſodann an den Mund zu führen, oder ein Stückchen von der Rinde des Brotes nebſt einer Ecke vom Fleiſche abzuſchneiden und dies mit einem Schlucke hinunterzuſchaffen wie zwei Pillen. So oft er auf dieſe Weiſe den Speiſen den Hof machte, ſah er nach ſeiner Uhr und erklärte mit ganz pathetiſchem Ernſt, nun könne er es unmöglich doch zwei Minuten länger aushalten.

»Tildchen!« ſagte John zu ſeiner Frau, die halb wa⸗ chend halb ſchlafend auf einem Sopha lag.

»Ja, John.

»»Ja, John!«« wiederholte ihr Mann ungeduldig. »Biſt Du hungrig, Frauchen?«

»Nicht ſehr,« antwortete ſie.

Nicht ſehr,«« wiederholte John, indem er an die Decke hinauf ſah.»Nun hör' ein Menſch! Nicht ſehr! Und wir haben um drei Uhr zu Mittag und dann gegen Abend Paſtete gegeſſen, die einen Menſchen hungrig ſtatt ſatt macht.»Nicht ſehr!««

»Es will ein Herr zu Ihnen,« ſagte der Aufwärter, indem er den Kopf zwiſchen der halbgeöffneten Thüre hereinſteckte.

»Was? für mich?« ſagte John, als denke er, es müſſe ein Brief oder ein Packet ſein.