126 Nicolaus Nickleby.
plumpe Lüge kannſt täuſchen laſſen. Jene Menſchen ha⸗ ben ſich verſchworen, um ſich das Vermögen des Mannes anzueignen,— ſagte er es nicht ſelbſt? Er kann etwas wunderlich und unbeſtändig ſein, Du lieber Gott! das find gar viele Leute;— aber geradezu verrückt! Drückt er ſich doch ganz ehrbar und in einer wahrhaft poetiſchen Sprache aus und macht Anträge mit ſo viel Bedacht⸗ ſamkeit, Sorgfalt und Klugheit! Ein Verrückter würde auf die Straße hinausgerannt und vor dem erſten beſten jungen Dinge von einem Mädchen auf die Kniee gefallen ſein. Nein, nein, Käthchen; in ſeiner Verrücktheit liegt zu viel Methode, verlaß Dich darauf, liebe Tochter.«
Siebentes Kapitel. 4
Ein neues Beiſpiel von dem Erfahrungsſatze, daß ſich oft die beſten Freunde trennen müſſen.
Das Straßenpflaſter war den ganzen Tag in der Sonnengluth gebacken und gebraten und die zwei Sara⸗ zenenköpfe, welche das Thor des Wirthshauſes hüteten, das nach ihnen genannt war, ſahen— wenigſtens in den Augen der müden und lahmen Vorübergehenden— noch grauſenhafter aus als gewöhnlich, nachdem ſie die Sonne geſengt und gebrannt hatte, als in einem der kleinſten Zimmer des Gaſthauſes, aus deſſen offenem Thore in greifbarem Dampf die geſunden Ausdünſtun⸗ gen von keuchenden Pferden herauszogen, das gewöhn⸗ liche Zubehör eines Theetiſches in netter und einladender Ordnung ſich zeigte, nebſt Gebratenem und Gekochtem,
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