Nieolaus Nickleby. 173
giebt es nichts, das ihm gleich käme. Es giebt in ganz England keine ſolche Quelle wie unſern Brunnen unter dem Thorwege. Es giebt keine ſolche Ausſicht in Eng⸗ land, als die von meinem Fenſter aus: ich habe mich daran erfreut, jeden Morgen, ehe ich mich raſirte, und ich muß ſie alſo wohl genau kennen. Ich habe in die⸗ ſem Zimmer,“« ſetzte Timotheus leiſer und gewiſſermaßen gerührt hinzu,»vier und vierzig Jahre lang geſchlafen, und ich bitte deshalb, wenn es dem Geſchäfte keinen Schaden bringt, mich da ſterben zu laſſen.«
„»Timotheus Linkinwater, wie können Sie vom Ster⸗ ben zu reden wagen?« ſielen die Zwillingsbrüder zu⸗ gleich laut ein und ſie ſchnaubten ſich beide heftig die Naſe dazu.
»Das iſt es, was ich zu ſagen habe, Herr Eduard und Herr Karl Cheeryble,« ſprach Timotheus, indem er ſeine Schultern wieder ausbreitete.»Sie ſprechen nicht das Erſtemal von meiner Entfernung; es möge nun das Letztemal ſein. Laſſen Sie gefälligſt die Sache ruhen.⸗
Die Brüder ſahen einander an und huſteten ein hal⸗ bes Dutzendmal, ohne aber etwas zu ſagen.
»Es muß etwas mit ihm geſchehen, Bruder Eduard,⸗ ſagte der Andere warm;»wir dürfen auf ſeine alten Be⸗ denklichkeiten keine Rückſicht nehmen; ſie ſind unerträg⸗ lich. Wir wollen ihn als Compagnon aufnehmen, und wenn er es nicht gutwillig geſchehen laſſen will, Bruder Eduard, ſo brauchen wir Gewalt.“«
»Ganz recht,« antwortete Bruder Eduard und winkte wie ein feſt entſchloſſener Mann,»ganz recht, lieber Bru⸗ der. Will er nicht Vernunft annehmen, will er nicht auf Gründe hören, ſo müſſen wir es gegen ſeinen Wil⸗ len thun und ihm zeigen, daß wir entſchloſſen ſind, un⸗


