Teil eines Werkes 
4. Th. (1839)
Entstehung
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Nieolaus Nickleby. 171

»Gewiß geht Dir aber die Geſchichte ſehr zu Herzen, Bruder Eduard, wenn Du dabei an die Zeit gedenkſt, als wir auch zwei freundloſe Jünglinge waren und un⸗ ſern erſten Schilling in dieſer großen Stadt verdienten.

Die Brüder drückten einander ſtill die Hände und Bruder Karl erzählte dann in ſeiner treuherzigen Weiſe das, was er von Nicolaus gehört hatte. Die darauf folgende Unterredung dauerte ziemlich lange, und nach derſelben wurde eine faſt eben ſo lange geheime Confe⸗ renz zwiſchen Bruder Eduard und Timotheus Linkinwater in einem andern Zimmer gehalten. Es gereicht Nico⸗ laus gewiß nicht zum Nachtheile, wenn wir ſagen, daß er, nachdem er kaum zehn Minuten bei den beiden Brü⸗ dern geweſen war, bei jeder neuen Aeußerung von Freund⸗ lichkeit und Theilnahme nur eine Bewegung mit der Hand machen und ſchluchzen konnte wie ein Kind.

Endlich kamen Bruder Eduard und Timotheus Lin⸗ kinwater mit einander zurück; der letztere ging ſogleich auf Nicolaus zu und flüſterte ihm mit wenigen Worten (denn Timotheus war kein Freund von vielen Worten) in das Ohr, er habe ſeine Adreſſe aufgeſchrieben und werde dieſen Abend um acht Uhr zu ihm kommen. Als dies geſchehen war, wiſchte Timotheus ſeine Brille ab, ſetzte fie auf und wartete dann, ob die Gebrüder Chee⸗ ryble noch etwas zu ſagen hätten.

»Timotheus,« ſagte Bruder Karl,»Sie merken wohl, daß wir die Abſicht haben, dieſen jungen Mann in unſer Geſchäft zu nehmen?«

Bruder Eduard bemerkte, Timotheus ſei von dieſer Abſicht bereits unterrichtet und billige ſie; Timotheus nickte dazu und beſtätigte die Worte des Herrn Chee⸗ ryble noch ausdrücklich, dann richtete er ſich gerade auf