Teil eines Werkes 
4. Th. (1839)
Entstehung
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Nicolaus Rickleby. 169

tung war aber auch der einzige bemerkbare Unterſchied zwiſchen Beiden. Niemand konnte daran zweifeln, daß ſie Zwillingsbrüder ſeien.

»Bruder Eduard,« ſagte der Freund Nicolaus', in⸗ dem er die Thüre zumachte,»ich bringe da einen jungen Freund, den wir unterſtützen und den wir durch die Welt helfen müſſen. Wir müſſen uns, wie es die Ord⸗ nung erfordert, erkundigen, ob das, was er mir geſagt, die Wahrheit iſt und wenn ſich dies beſtätigt, was gewiß der Fall ſein wird, ſo müſſen wir etwas für ihn thun; wir müſſen etwas für ihn thun, Bruder Eduard.«

»Es reicht vollkommen hin, lieber Bruder, daß Du ſagſt, wir müßten,« entgegnete der Andere.»Wenn Du dies ſagſt, ſo ſind weitere Erkundigungen unnöthig. Es ſoll etwas für ihn gethan werden. Was fehlt ihm und was braucht er? Wo iſt Timotheus Linkinwater? Er ſoll herkonmmen.

Die beiden Brüder ſprachen, wie wir hier bemerken müſſen, ſehr bedächtig und ernſthaft; beide hatten faſt dieſelben Zähne verloren, dadurch bekam ihre Sprache die gleiche Eigenthümlichkeit, und beide ſprachen, als wenn ſie, außer daß ſie die vollkommenſte Gemüthshei⸗ terkeit beſaßen, die Pflaumen aus dem prächtigſten Pud⸗ ding Fortunas herausgeſucht und einige davon im Munde behalten hätten.

»Wo iſt Timotheus Lintintyatere fragte Bruder Eduard.

»Halt! halt! halt!« agte Bruder Karl, und nahm den andern bei Seite.»Ich habe einen Plan, lieber Bruder, ich habe einen Plan. Timotheus wird alt und Timotheus iſt ein treuer Diener geweſen, Bruder Eduard; ich glaube nicht, daß ſeine treuen Dienſte hinlänglich dadurch belohnt wurden, daß wir ſeiner Mutter und