Teil eines Werkes 
4. Th. (1839)
Entstehung
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Nicolaus Nickleby. 165

Ich habe eine recht gute Erziehung genoſſen,« ant⸗ wortete Nicolaus.

Das iſt etwas Schönes,« ſagte der alte Herr,»die Erziehung iſt etwas Großes, etwas ſehr Großes, ich habe keine genoſſen. Deſto mehr ſchätze und bewun⸗ dere ich ſie an Andern. Es iſt ein etwas Schönes um die Erziehung ja, ja. Erzählen Sie mir mehr von Ihrer Geſchichte. Laſſen Sie mich dieſelbe ganz hören. Es iſt keine zudringliche Neugierde, nein, nein, nein.

Es lag etwas ſo Ernſtes und Natürliches in der Art, wie dies geſagt wurde, etwas ſo ganz Anderes, als die conventionelle Zurückhaltung und Kälte, daß Nicolaus nicht widerſtehen konnte. Leute mit geſundem echten Ge⸗ fühle werden von nichts leichter angeſteckt, als von echter Treuherzigkeit. Auch Nicolaus wurde ſogleich angeſteckt und theilte die Hauptſachen ſeiner kleinen Geſchichte ohne Rückhalt mit; er unterdrückte bloß Namen und ging ſo leicht als möglich über die Behandlung hin, welche Käth⸗ chen von ſeinem Oheim erfahren hatte. Der alte Herr hörte ihn aufmerkſam an und nahm ihn redlich treuher⸗ zig am Arme.

»Nun ſagen Sie kein Wort weiter, kein Wort weiter,« fiel er ein.»Kommen Sie mit mir. Wir dür⸗ fen keine Minute verlieren.«

Mit dieſen Worten zog ihn der alte Herr zurück auf die Straße, rief einen Omnibus an, der eben nach der City fuhr, ſchob Nicolaus hinein und folgte ſelbſt.

Da der alte Herr in ganz außerordentlicher und ru⸗ heloſer Aufregung zu ſein ſchien, und ſo oft Nicolaus zu reden anſing, ihn mit den Worten unterbrach:»nun ſa⸗ gen Sie kein Wort mehr, junger Freund, gar keines, kein Wort mehr,« ſo hielt es Nicolaus für das Beſte, gar keinen weitern Verſuch zu einem Geſpräche zu ma⸗