Nicolaus Nickleby.
und einen Krug Bier holen laſſen wollten, ſo würde ich ihn wahrhaftig und ohne Umſtände austrinken.«
Und wahrhaftig, Herr Pyke trank ihn ohne Umſtände aus, Herr Pluck war ihm jedoch behülflich, während Madame Nickleby mit getheilter Verwunderung die Her⸗ ablaſſung der beiden Herren betrachtete, aus einem ge⸗ wöhnlichen zinnernen Bierkruge zu trinken. Um dieſes ſcheinbare Wunder zu erklären, muß hier bemerkt wer⸗ den, daß Leute, die, wie die Herren Pyke und Pluck, von ihrer Klugheit leben(wenn auch nicht gerade von ihrer eignen Klugheit, ſo doch von dem Mangel der Klugheit bei Andern), bisweilen ſehr herunterkommen und zu ſol⸗ chen Zeiten ihren Appetit auf die einfachſte und natür⸗ lichſte Weiſe ſtillen lernen.
»Alſo zwanzig Minuten vor ſieben Uhr,« ſagte Herr Pyke, indem er aufſtand,„wird die Kutſche hier ſein. Noch einen Blick— einen kleinen Blick— auf dieſes liebliche Geſicht! Ach, hier iſt es! Unverändert, un⸗ verwandelt!« Dies war, nebenbei geſagt, ein höchſt merkwürdiger Umſtand, da Miniaturportraits bekanntlich den Ausdruck ſehr häufig wechſeln.»Ach Pluck! Pluck!«
Herr Pluck antwortete weiter nichts, als daß er die Hand der Madame Nickleby mit tiefem Gefühle küßte, und als Pyke dem Beiſpiele gefolgt war, entfernten ſich die beiden Herren ſchnell.
Madame Nickleby ſchrieb ſich gewöhnlich einen ziem⸗ lich hohen Grad von Scharfſinn zu, aber ſo zufrieden mit ihrem Scharfblicke, als an dieſem Tage, war ſie noch nie geweſen. Sie hatte ja an dem Abende vorher gleich alles errathen. Zwar hatte ſie Sir Mulberry und Käthchen nie beiſammen geſeyen, ja den Namen Sir Mulberry's vorher nie gehört, aber doch gleich im Anfange zu ſich geſagt, daß ſie errathe, wie die Sachen
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