Nicolaus Nickleby.
fuhr dieſer treffliche Mann leiſer fort;»ich mißbrauche das Vertrauen durch das, was ich Ihnen offenbaren will, aber es iſt wohl zu entſchuldigen,— und doch, wenn es mein Freund Pyke da hörte,— der Mann hat ein ſo zartes Ehrgefühl, daß er mich noch vor Tiſche herausfordern würde, Madame Nickleby.«
Madame Nickleby warf einen furchtſamen Blick auf dieſen kampfluſtigen Herrn Pyke, der an das Fenſter ge⸗ treten war, und Herr Pluck, der ihre Hand drückte, fuhr fort:
»Ihre Tochter hat eine Eroberung gemacht,— eine Eroberung, wegen welcher ich Ihnen wohl gratuliren darf. Sir Mulberry, meine liebe Madame, Sir Mul⸗ berry iſt ihr ganz ergebenſter Diener. Hm!«
»Ha!« rief in dieſem Augenblicke Pyke, indem er mit theatraliſchen Geberden etwas von dem Kaminſimſe nahm.»Was iſt das? Was erblicken meine Augen?«
„»Was erblicken Ihre Augen, lieber Freund?« fragte Herr Pluck.
„Es ſind die Züge, es iſt das Geſicht, der Ausdruck,« rief Pyke, indem er mit einem Miniaturportrait in der Hand auf einen Stuhl ſank,»unvollkommen aufgefaßt, ſchwach wiedergegeben, aber doch die Züge, das Ge⸗ ſicht, der Ausdruck.⸗
»Ich erkenne es von weitem!« ſagte Pluck ganz en⸗ thuſiasmirt.»Iſt es nicht, meine werthe Madame, das ſchwache Ebenbild—«
„Es iſt das Portrait meiner Tochter,« ſagte Madame
Nickleby mit großem Stolze. Und ſo war es. Das kleine Fräulein La Crevy hatte es erſt vor zwei Tagen gebracht. 3 Herr Pyke hatte kaum erfahren, daß ſeine Vermu⸗ thung begründet ſei, als er ſich in die unerhörteſten Lo⸗


