Teil eines Werkes 
4. Th. (1839)
Entstehung
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Nicolaus Nickleby.

ein großes Feſtmahl geben und denſelben drei und ein halb Procent von der letzten halbjährigen Pacht erlaſſen, und dies würde dann gewiß ausführlich in den Zeitun⸗ gen zum grenzenloſen Jubel und zur Bewunderung aller Leſer erzählt und beſchrieben. Käthchens Portrait kam auch gewiß wenigſtens in ein Dutzend Taſchenbücher, und irgend ein vornehmer Herr ließ ein Gedicht»bei dem Anſchauen des Bildniſſes der Lady Mulberry Hawk⸗ dazu drucken. In einem andern Taſchenbuche konnte wohl auch einmal das Portrait der»Mutter der Lady Mulberry Hawk« mitgetheilt werden. O, es ſind noch unwahrſcheinlichere Dinge geſchehen. Als dieſer Gedanke der guten Frau einfiel, nahm ihr Geſicht unwillkürlich

jenen ſchläfrigen Ausdruck an, der allen ſolchen Portraits

eigen und vielleicht eine Urſache davon iſt, daß ſie im⸗ mer ſo reizend und angenehm ſind.

Mit ſolchen brillanten Luftſchlöſſern beſchäftigte ſich Madame Nickleby den ganzen Abend nach ihrem zufäl⸗ ligen Bekanntwerden mit Ralphs vornehmen Freunden, und nicht minder prophetiſche, gleich glänzende Träume verſchönerten in der Nacht ihren Schlaf. Sie bereitete am nächſten Tage ihr beſcheidenes Mittagsmahl zu, noch immer in Gedanken mit denſelben Gegenſtänden beſchäftigt, wenn auch nicht mehr ſo ganz begeiſtert, als das Mädchen, die theils als Geſellſchafterin, theils als Gehülfin in der Wirthſchaft bei ihr war, in ungewöhn⸗ licher Aufregung in das Zimmer ſtürzte und meldete, es warteten unten in der Hausflur zwei Herren auf die Er⸗ laubniß, heraufkommen zu dürfen.

»Ach, du grundgütiger Himmel!« rief Madame Ni⸗ ckleby, indem ſie ſchnell ihr Häubchen und ihre Schürze in Ordnung brachte,»wenn ſie es wären! Lieber Gott, und ſie müſſen ſo lange unten ſtehen! Warum