Nicolaus Nickleby.
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faſt alle haben zerbrochene Scheiben. Ich bekam ein⸗ mal von einer ſolchen Fahrt auf ſechs Wochen ein dickes Geſicht. Ja, ſie befindet ſich wohl, beſſer als je, ſeit ſie den Keuchhuſten, das Scharlachfieber und die Maſern gehabt hat, das ſie alles auf einmal bekam.«
»Iſt der Brief an mich?« fragte Ralph, auf ein kleines Paquet zeigend, das Madame Nickleby in der Hand hielt.
»An Sie, Schwager, und ich bin den ganzen weiten Weg beruntergegangen, um Ihnen denſelben zu übergeben.«
»Den weiten Weg ſagen Sie?« fiel Sir Mulberry ein.»Wohnen Sie denn weit von hier?«
»Gewiß eine halbe Stunde, ja ſo weit iſt es bis Spizwiffin's Wharf.“«
»Sie wollen aber doch den weiten Weg nicht auch wieder zurückgehen?«
»Nein, ich fahre in einem Omnibus. Freilich hatte ich dies nicht nöhig, als mein armer Nicolaus noch lebte, Schwager. Sie wiſſen aber—«
»Ja, ja,« antwortete Ralph ungeduldig,„und es wird am beſten ſein, wenn Sie zurückkehren, ehe es fin⸗ ſter wird.«
»Allerdings, Sie haben Recht, ich will auch ſo⸗ gleich gehen.“
»Wollen Sie nicht erſt einen Augenblick ausruhen?« ſagte Ralph, der ſelten etwas anbot, wenn er nicht etwas dadurch zu verdienen hoffte.
» Ach nein, lieber Schwager,« antwortete Madame Nickleby, indem ſie nach der Uhr ſah. 3 8
»Lord Frederick,« ſagte Sir Mulberry,»wir gehen denſelben Weg und wollen Madame in den Omnibus bringen.« 1
„Ja, das wollen wir.«
„Das kann ich wirklich nicht annehmen.“
Aber die beiden Herren ließen ſich durchaus nicht abweiſen, nahmen Abſchied von Ralph und traten mit Madame Nickleby aus dem Hauſe hinaus, die ganz glücklich war, einmal über die Artigkeiten, welche ihr die beiden vornehmen Herren erwieſen, und dann auch, weil ſie glaubte, überzeugt ſein zu können, Käthchen brauche zwiſchen beiden nur zu wählen, um eine reiche Frau zu werden und einen vornehmen und untadeligen Mann zu bekommen. 3


