Nieolaus Nickleby. 173
»In mein Comptoir! Ich werde ſogleich dort ſein,« antwortete Ralph.
»Iſt dies Madame Nickleby?« begann Sir Mulberry ſogleich und trat auf die erſchrockene Frau 39» die Mutter des Fräulein Nickleby, des herrlichen Mädchens, das ich hier im Hauſe kennen zu lernen das Vergnügen hatte? Aber nein, nein, es kann nicht ſein. Zwar die⸗ ſelben Züge, daſſelbe unbeſchreibliche Etwas—, aber nein, nein, dazu iſt die Dame zu jung.«
»Ich denke, Schwager, Sie können dem Herrn, wie er es zu wiſſen wünſcht, immer ſagen, das Käthchen meine Tochter iſt,« antwortete Madame Nicklehy mit einer graziöſen Verbeugung.
»Ihre Tochter, Mylord!« rief Sir Mulberry, indem er ſich zu ſeinem Freunde umdrehete.»Die Tochter dieſer Dame, Mylord!«
»Mylord,« dachte Madame Nickleby.
»Dies iſt alſo die Dame, Mylord,« fuhr Sir Mul— berry fort,»deren gefälliger Ehe wir ſo viel Glück ver⸗ danken. Dieſe Dame iſt die Mutter des reizenden Fräu⸗ lein Nickleby. Bemerken Sie die auffallende Aehnlich⸗ keit, Mylord? Nickleby, ſtellen Sie uns vor.«
Ralph that es in einer gewiſſen Verzweiflung.
» Auf Seele! vortrefflich,« ſagte Lord Frederick. »Wie geht es Ihnen?«
Madame Nickleby war durch dieſe ungewöhnliche Be⸗ grüßung und ihren Kummer darüber, daß ſie nicht ihren andern Hut aufgeſetzt hatte, in zu große Verlegenheit gebracht worden, als daß ſie ſogleich hätte antworten können. Sie verbeugte ſich alſo fortwährend und lächelte.
»Und wie— wie geht es dem Fräulein Nickleby? Gut, hoffe ich.«
»Sie befindet ſich ganz wohl, ich danke Ihnen, My⸗ lord,« entgegnete Madame Nickleby endlich, die ſich et⸗ was erholt hatte.»Ganz wohl. Einige Tage nach dem Diner hier befand ſie ſich nicht recht wohl; wahr⸗ ſcheinlich hatte ſie ſich auf der Nachhauſefahrt in dem Wagen erkältet, denn die Miethkutſchen ſind ſo ſchlecht, Mylord, daß man faſt beſſer thut, man geht zu Fuße, und ob ich gleich glaube, ein Miethkutſcher kann depor⸗ tirt werden, wenn er ein zerbrochenes Fenſter in ſeinem Wagen hat, ſo kümmert ſich doch Niemand darum und


