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will mich nie an einen Andern wenden, wenn Sie mir dies ſagen.«
»Da Sie mir dies verſprechen,« ſagte Ralph mit erheuchelter Unſchlüſſigkeit,„um Ihnen gefällig zu ſein, und weil es doch nichts Böſes,— nichts Böſes— iſt, ſo will ich es Ihnen ſagen. Aber behalten Sie das Geheimniß für ſich allein.« Während er dies ſagte, wies er auf das Nebenzimmer und nickte ausdrucksvoll.
Der junge Lord ſtellte ſich ebenfalls, als erkenne er die Nothwendigkeit an, die Sache ganz geheim zu hal⸗ ten, und ſo theilte ihm denn Ralph die Adreſſe ſeiner Nichte mit, ſetzte auch hinzu, ſo viel er von der Familie gehört habe, in welcher ſie lebe, lege ſie großen Werth darauf, vornehme Bekanntſchaften zu haben, und ein Lord werde ſich deshalb, wenn er es wünſche, leicht dort einführen können.
Lord Veriſopht verſtand den Wink, drückte die harte hornige Hand des Alten, ſagte ihm leiſe, es werde gut ſein, wenn ſie ihr Geſpräch da abbrächen und rief Sir Mulberry Hapk, zurückzukommen
»Ich glaubte, Sie wären eingeſchlafen,« ſagte dieſer.
» Es thut mir leid, Sie ſo lange aufgehalten zu ha⸗ ben,« meinte der Lord,»Nickleby war aber ſo ſpaßhaft, daß ich mich nicht trennen konnte.«
»Nein,« ſagte dieſer,»Mylord war es. Sie wiſſen, welch' ein witziger, humoriſtiſcher, eleganter Mann Lord Frederick iſt.« Mit vielen Verbengungen begleitete Ralph darauf die beiden Herren die Treppe hinunter, erwiederte aber, abgerechnet eine ganz geringe Bewegung an den Mundwinkeln, durchaus nichts auf den Blick der Verwunderung, den ihm Sir Mulberry vor dem Scheiden noch zuwarf.
Einige Augenblicke vorher war geklingelt worden, und Newman Noggs wollte eben die Thür öffnen, als die Herren an derſelben ankamen. In jedem andern Falle würde Newman die ankommende Perſon entweder ſchweigend haben eintreten laſſen, oder ſie erſucht haben, aus dem Wege zu gehen, bis die Herren hinauswaͤren;
kaum aber hatte er erkannt, wer es war, als er von dem in Ralphs Hauſe üblichem Gebrauche ganz abwich und laut rief:»Madame Nickleby!«
Nicolaus Nickleby.


