Nicolaus Nickleby.
fremde Perſonen Käthchen auf den erſten Blick liebge⸗ winnen.«
»Hm!« ſagte Mademoiſelle Knag.
»Sie werden ſie noch lieber haben, wenn Sie erſt wiſſen, wie gut ſie iſt,« fuhr Madame Nickleby fort. »Es gewährt mir in meinem Unglücke großen Troſt, ein Kind zu haben, das weder ſtolz noch eitel iſt, ob es wohl nach der Erziehung, die es genoſſen, Urſache dazu hätte. Ach, Sie wiſſen es nicht, Mademoiſelle Knag, was es heißt, einen Mann zu verlieren.«
Da Mademoiſelle Knag noch nicht einmal wußte, was es heißt, einen Mann zu bekommen, ſo iſt es wohl eine ganz natürliche Folge, daß ſie nicht wußte, was es heißt, einen zu verlieren, und ſie antwortete deshalb ziemlich ſchnell,»nein, das weiß ich nicht,« aber mit einer Miene und in einem Tone, aus denen es ſich deutlich ergab, wie gern ſie einen Mann ge⸗ nommen hätte.
»Käthchen hat ſelbſt in dieſer kurzen Zeit gewonnen,«⸗ ſprach Madame Nickleby weiter, während ſie ſtolz ihre Tochter anſah..
»Meinen Sie wirklich?« entgegnete Mademoiſelle Knag.
„»Ja, und ſie wird ſich gewiß noch mehr zu ihrem Vortheile ausbilden,« ſetzte Madame Nickleby hinzu.
»Gewiß, gewiß,« erwiederte Mademoiſelle Knag, indem ſie aus Scherz Käthchens Arm drückte.
»Sie war immer ſo klug und geſchickt,« fuhr Madame Nickleby mit freudeſtrahlendem Geſichte fort,»immer von Kindheit an. Ich erinnere mich, als ſie erſt dritte⸗ halb Jahr alt war, daß ein Herr, der in unſerm Hauſe aus⸗ und einzugehen pflegte,— Herr Watkins, Du weißt es Käthchen, für den unſer armer Vater ſich verbürgte,


