Nicolaus Nickleby. 9
ſehen, die, wenn ſie Gelegenheit hatten, ſich vor vor⸗ nehmen Leuten zu zeigen, ſich auf eine Weiſe benahmen — oh, mein Gott— gut— aber Sie haben immer Recht, Madame Mantalini, immer; und wie ich oft den jungen Damen ſage, für mich iſt es ein Geheimniß, wie Sie es anfangen, immer Recht zu haben, während ſo viele Leute ſo oft Unrecht haben.«
»Heute hat Mademoiſelle Nickleby doch, ſo viel ich weiß, eben nichts Beſonderes gethan, außer daß ſie eine ſehr gute Kunde in üble Laune gebracht hat,« be⸗ merkte Madame Mantalini zur Erwiederung.
»Lieber Himmel,« ſagte Mademoiſelle Knag,»Sie müſſen das ihrer Unerfahrenheit zurechnen, das wiſſen Sie ja.«
»Und ihrer Jugend?« fragte Madame.
»Nun, davon ſage ich nichts, Madame Mantalini,« erwiederte Mademoiſelle Knag erröthend;»denn wenn die Jugend eine Entſchuldigung wäre, ſo hätten Sie keine—«
»Keine ſo gute Direktrice, wie ich habe, denke ich,⸗ ergänzte Madame.
»Ich habe wirklich nie eine Dame gekannt, wie Sie, Madame Mantalini,“« verſetzte Mademoiſelle Knag ſehr geſchmeichelt,»und das iſt wahr, denn Sie wiſſen, was man ſagen will, ehe es zu den Lippen heraufge⸗ ſtiegen iſt. Ach, ſehr gut. Ha! ha!l hal«
»Was mich betrifft,« bemerkte Madame Mantalini, indem ſie die Miene annahm, als achtete ſie nicht auf ihre Gehülfin, und ſich dabei ins Fäuſtchen lachte,»was mich betrifft, ich halte Mademoiſelle Nickleby für das ungeſchickteſte Mädchen, das ich in meinem Leben ge⸗ ſehen habe.«
„»Das arme liebe Ding!“« entgegnete Mademoiſelle


