Nicolaus Nickleby. 173
wieder ſchweigend fortgeſetzt, bis das Geräuſch der Ca⸗ roſſen und das laute Pochen an die Thüren das Zeichen gab, daß jetzt das Tagewerk der beglückteren Mitglieder der Geſellſchaft ſeinen Anfang nahm.
Ein wiederholtes Anklopfen an Madame Manta⸗ lin's Thür kündigte die Equipage irgend einer großen Dame an— oder vielmehr einer reichen, denn zuweilen iſt ein ſehr bedeutender Unterſchied zwiſchen Reichthum und Größe. Die Dame kam mit ihrer Tochter, um ihre Gallakleider zu ſehen, die ſeit langer Zeit in der Arbeit waren; und Käthchen wurde abgeſchickt, um in der Begleitung von Mademoiſelle Knag und unter dem Befehle von Madame Mantalini ihnen aufzuwarten.
Käthchens Antheil an der Schauſtellung war ein ſehr demüthiger, da ihre ganze Thätigkeit ſich darauf beſchränkte, die verſchiedenen Kleidungsſtücke zu halten, bis Mademoiſelle Knag bereit war, ſie anzuprobiren, und von Zeit zu Zeit eine Schleife zu knüpfen oder eine Oeſe feſtzuhaken. Sie hätte daher billiger Weiſe vor⸗ ausſetzen dürfen, daß ſie in ihrer niedern Stellung au⸗ ßerhalb des Bereiches übermüthiger Anmaßung oder übler Laune geweſen wäre; es fügte ſich aber, daß die reiche Dame und ihre reiche Tochter dieſen Tag ver⸗ ſtimmt waren, und das arme Mädchen mußte dies gleich allen Uebrigen entgelten. Sie war ungeſchickt, ihre Hände waren kalt,— ſchmutzig,— grob; ſie konnte nichts recht machen; man wunderte ſich, wie Madame Mantalini ſolche Perſonen um ſich haben könne, wünſchte, das nächſte Mal ſtatt ihrer irgend ein anderes junges Frauenzimmer zu ſehen, und wie ſich
ihr Unmuth dann weiter äußerte.
Ein ſo gewöhnlicher Vorfall würde kaum einer Er⸗ zählung verdienen, wäre es nicht um der Wirkung wil⸗


