Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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172 Nicolaus Nickleby.

»Um meinen Vater,« antwortete Käthchen weinend.

»Um was für einen Verwandten, Mademoiſelle Simmonds?« fragte Mademoiſelle Knag mit ſehr ver⸗ nehmlicher Stimme.

Ihren Vater,« erwiederte die andere leiſe.

Ihren Vater, wie?« ſagte Mademoiſelle Knag, ohne ihren Ton im geringſten zu mildern.»Ach! Eine lange Krankheit, Mademoiſelle Simmonds?«

O bitte, ſtill!« entgegnete das Mädchen.»Ich weiß nicht,«

» Unſer Unglück war ſehr plötzlich,« ſagte Käthchen, ſich abwendend;»ſonſt wäre ich vielleicht im Stande, es zu einen Zeit, wie dieſe, beſſer zu ertragen.«

Nach dem alten Gebrauche, der immer beobachtet worden war, wenn irgend eine neue junge Perſon kam, hatte in dem Gemache nicht geringe Neugierde ge⸗ herrſcht, zu erfahren, wer Käthchen war, und was ſie war, und in welchen Umſtänden ſie war; aber obwohl dieſe Neugierde natürlich durch ihre ganze Erſcheinung und durch ihre ungewöhnliche Bewegung vermehrt wer⸗ den mußte, ſo war doch die Ueberzeugung, daß es ſie ſchmerzte, wenn ſie befragt wurde, hinreichend, um jenen billigen Wunſch zu unterdrücken; und da Mademoiſelle Knag ſah, daß ſie gerade jetzt keine Hoffnung hatte, irgend etwas Näheres herauszupreſſen, ſo gebot ſie mit

Widerſtreben Stillſchweigen und befahl, die Arbeit wie⸗

der aufzunehmen.

Schweigend ging daher eine Jede wieder an das

Werk, bis um halb zwei Uhr eine gebackene Hammel⸗ keule mit Kartoffeln in der Küche aufgetragen wurde. Sobald das Mahl vorüber war und die jungen Damen ſich außerdem des Genuſſes erfreut hatten, ihre Hände zu waſchen, begann die Arbeit von Neuem und wurde