Nicolaus Nicklebv. 169
„hm!« vernehmen zu laſſen, deſſen Zweck und Bedeutung von ihren Bekannten auf verſchiedene Weiſe ausgelegt wurde. Einige behaupteten, daß Mademoiſelle Knag ſich in Uebertreibungen gefalle, und die kleine Sylbe einflechte, wenn ſie im Begriff war, eine neue Erfindung in der Werkſtätte ihres Gehirns auszuprägen; Andere, daß ſie es hinwerfe, wenn ihr gerade ein Wort fehle, um Zeit zu gewinnen und irgend Jemand anders abzuhalten, die Rede an ſich zu ziehen. Auch dürfen wir bemerken, daß Mademoiſelle Knag immer noch Anſpruch auf Jugend machte, obwohl ſie dieſelbe ſeit Jahren hinter ſich zurück⸗ gelaſſen hatte; und daß ſie ſchwach und eitel war, und zu den Perſonen gehörte, die am beſten durch den Erfah⸗ rungsſatz geſchildert werden, daß man ihnen trauen kann,
ſo weit man ſie ſieht, aber nicht weiter. 3
»Sie werden dafür ſorgen, daß Mademoiſelle Nickleby ihre Stunden kennen lernt, und was ſonſt erforderlich iſt,« ſagte Madame Mantalini,»und ſo will ich ſie Ihnen überlaſſen. Sie werden meine Anordnungen nicht ver⸗ geſſen, Mademoiſelle Knag?«
Mademoiſelle Knag antwortete natürlich, daß es eine moraliſche Unmöglichkeit ſei, irgend etwas zu vergeſſen, was Madame Mantalini angeordnet habe. Dieſe Dame ſpendete hierauf unter ihre Gehülfinnen einen allgemeinen guten Morgen aus und ſegelte davon.
»Ein bezauberndes Weſen! iſt ſie das nicht, Mademoi⸗ ſelle Nickleby?« ſagte Mademoiſelle Knag, indem ſie ſich die Hände rieb.
»Ich kenne ſie noch ſehr wenig,« ſagte Käthchen;»ich kann daher nicht urtheilen.«
»Haben Sie Herrn Mantalini geſehen?« fragte Ma⸗ demoiſelle Knag.
»Ja, ich habe ihn zweimal geſehen.⸗


