162
ſchenk erhalten hatte. Es ließen ſich aber in dem näch⸗ ſten Zimmer Stimmen vernehmen, und das Geſpräch, das ſie führten, war ſo laut und die Scheidewand ſo dünn, daß Käthchen nicht umhin konnte, die Entdeckung zu machen, daß die Sprechenden Herr und Madame Mantalini waren.
»Wenn Du ſo abſcheulich, hölliſch, raſend eiferſüchtig ſein willſt, meine Seele,« ſagte Mantalini,»ſo wirſt Du ſehr unglücklich— furchtbar unglücklich— hölliſch un⸗ glücklich ſein.« Darauf kam ein Laut, als ob Herr Man⸗ talini eben ſeinen Kaffee ſchlürfte.
»Ich bin uünglücklich,« entgegnete Madame Mantalini, offenbar ſehr mißvergnügt.
»Dann biſt Du eine undankbare, böſe, häßliche kleine Fee,« ſagte Herr Mantalini.
„»Das bin ich nicht,« erwiederte Madame Mantalini ſchluchzend.
»Bringe mein liebes kleines Geſichtchen nicht in üble Laune,« ſagte Herr Mantalini, indem er ein Ei aufbrach. »Es iſt ein ſo hübſches, bezauberndes, allerliebſtes kleines Geſicht, und ſollte nicht übler Laune ſein, weil das ſeine Liebenswürdigkeit verdirbt und es verdrießlich und finſter ausſehen läßt, wie ein furchtbarer, abſcheulicher, hölliſcher Kobold.«
»Ich werde mich auf dieſe Weiſe nicht immer herum⸗ kriegen laſſen,« verſetzte Madame ärgerlich.
»Es ſoll ſich herumkriegen laſſen, wie es ihm am be⸗ ſten gefällt, und ſoll ſich gar nicht herumkriegen laſſen, wenn das ihm beſſer gefällt,« erklaͤrte Herr Mantalini, den Löffel im Munde.
»Es iſt ſehr leicht zu fprechen,« bemerkte Madame Mantalini.
Nicolaus Nickleby.
»Mon Dieu! nicht ſo leicht, wenn man ſo ein ver⸗


