Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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160 Nicolaus Nickleby.

Geſchöpfe fangen auf ihrem haſtigen Gange den einzigen Athemzug geſunder Luft und den einzigen Blick des Sonnenlichtes auf, der ihre einförmige Exiſtenz während der langen Reihe von Stunden erheitert, die einen Ar⸗ beitstag ausmachen. So wie Käthchen ſich dem von der vornehmen Welt bewohnten Theile der Stadt nä⸗ herte, fielen ihr im Vorbeigehen manche Perſonen dieſer Klaſſe auf, die, gleich ihr, felbſt ihrer mühſeligen Be⸗ ſchäftigung zueilten, und ſie ſah in ihrer ungeſunden Farbe und in ihrem ſchwächlichen Gange einen nur zu klaren Beweis, daß ihre Beſorgniſſe nicht ganz ohne Grund geweſen waren.

Sie erreichte das Haus der Madame Mantalini einige Minuten vor der feſtgeſetzten Stunde, und ging vor demſelben einige Male auf und nieder, in der Hoff⸗ nung, daß irgend ein anderes Frauenzimmer kommen und ihr die Verlegenheit erſparen würde, ſich an den Bedienten zu wenden; endlich klopfte ſie furchtſam an die Thür, die nach einigem Verzuge von dem Diener geöffnet wurde, der, während er die Treppe heraufkam, ſeine geſtreifte Jacke angezogen hatte und jetzt eben da⸗ mit beſchäftigt war, eine Schürze umzubinden.

»Iſt Madame Mantalini zu Hauſe?« ſtammelte Käthchen.

„Zu dieſer Zeit iſt ſie ſelten aus, Mamſell,« erwie⸗ derte der Mann in einem Tone, der das Mamſell“ noch etwas beleidigender machte, als wenn er geſagt hätte »mein Schatz.“

„Kann ich ſie ſprechen?« ſtammelte Käthchen.

»Was?« entgegnete der Menſch, der die Thür in der Hand behielt und das ſchüchterne Mädchen mit ei⸗ nem unverſchämten Blicke und einem albernen Grinſen beehrte,»mein Gott, nein!«