Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

68 Nicolaus Nickleby.

und fragen; und der Eine oder der Andere von uns wird ihn gewiß auftreiben.⸗

Der Plan der würdigen Dame wurde angenommen und ohne den Verzug eines Augenblicks zur Ausfüh⸗ rung gebracht. Nach einem eiligen Frühſtücke und der Einziehung einiger Erkundigungen im Dorfe, deren Erfolg darauf hinzudeuten ſchien, daß er auf der rech⸗ ten Spur war, trat Squeers, von Rachſucht getrie⸗ ben, in dem Einſpänner ſeine Entdeckungsreiſe an. Bald darauf fuhr Madame Saueers, in ihren weißen Mantel gehüllt und in eine Menge Shawls und Tü⸗ cher eingewickelt, in einem andern Wagen und in einer andern Richtung von dannen; ſie nahm einen tüchti⸗ gen Prügel, mehrere Stücke von einem ſtarken Seile und einen kräftigen Arbeitsmann mit ſich; und alle dieſe Rüſtungen hatten zum einzigen Zwecke, bei dem Fange des unglücklichen Smike ihre Dienſte zu leiſten, und, ſobald er eingefangen war, ſeine feſte Verwah⸗ rung zu ſichern.

Nicolaus blieb in großer Aufregung der Gefühle zu⸗ rück; denn er verbarg ſich nicht, daß die Flucht des Knaben, welches Ende ſie immer nahm, aller Wahr⸗ ſcheinlichkeit nach nur zu ſchmerzlichen und beklagens⸗ werthen Folgen führen konnte. Wenn ein ſo armes, hülfloſes Weſen, allein und freundlos, ſeine Wanderung durch eine Gegend, die ihm völlig unbekannt war, län⸗ ger fortſetzte, ſo war für daſſelbe wenig mehr zu er⸗ warten, als der Tod vor Hunger und Mangel an Ob⸗ dach. Es war vielleicht zwiſchen dieſem Schickſale und einer erzwungene. Rückkehr zu der milden Behandlung in der Schule keine große Wahl; aber das unglückliche Geſchöpf hatte ſein Mitgefühl ſo tief ergriffen, daß

ihm das Herz bei dem Gedanken an die Leiden blutete,

— S)/ ͤ