Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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Nicolaus Nickleby. 55

gewannen bald die Oberhand in ihrem Gemüthe; ſie ſuchte daher der Sache eine ſo vortheilhafte Wendung zu geben, wie möglich, indem ſie gegen ihre Freundin bemerkte, Herr Nickleby ſei ein ſo ſonderbarer Menſch, und von ſo leidenſchaftlicher Sinnesart, daß ſie fuͤrchte, ſie werde ſich genöthigt ſehen, ihn aufzugeben, und da⸗ mit trennte ſie ſich von ihr.

Bei dieſer Gelegenheit müſſen wir bemerken, daß Fräulein Squeers ihre Neigung, oder was es für eine Regung ſein mochte, welche die Stelle derſelben vertrat, auf Nicolaus Nickleby gewandt hatte, ohne auch nur einen Augenblick im Ernſte an die Möglichkeit zu den⸗ ken, daß er in der Angelegenheit einer andern Meinung ſein könnte, als ſie. Fräulein Squeers ging von der Anſicht aus, daß ſie einnehmend und ſchön ſei, daß ihr Vater der Herr und Nicolaus der Diener ſei, und daß ihr Vater Geld geſpart habe und Nicolaus kein

Geld habe; und alle dieſe Umſtände erſchienen ihr als

überzeugende Gründe, daß der junge Mann durch den Vorzug, den ſie ihm ſchenkte, ſich nur zu ſehr geehrt fühlen müßte. Auch hatte ſie nicht vergeſſen, in Er⸗ wägung zu ziehen, wie viel angenehmer ſie ſeine Lage machen konnte, wenn ſie ſeine Freundin, und wie viel unangenehmer, wenn ſie ſeine Feindin wäre; und ohne Zweifel würden junge Menſchen, die weniger gewiſſen⸗ haft geweſen wären, als Nicolaus, ſie, wenn auch aus keinem andern, ſchon aus dieſem naheliegenden und ein⸗ leuchtenden Grunde in ihrer Thorheit begünſtigt haben. Er hatte es inzwiſchen für gut befunden, anders zu handeln, und Fräulein Squeers war wüthend.

»Laß ihn ſehen,« ſagte die aufgeregte junge Dame, als ſie ihr Gemach wieder gewonnen und ihr Gemüth durch einige Mißhandlungen erleichtert hatte, die ſie an