Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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Nicolaus Nickleby. 53

unhöflich, es zu ſagen aber der bloße Gedanke an eine ſolche Vorausſetzung läßt Einen wie ein alber⸗ ner Burſche ausſehen dennoch darf ich fragen, ob dieſe Dame annimmt, daß ich irgend eine mit einem Worte, glaubt ſie, daß ich in ſie verliebt bin 2⸗

»Ob ſie dies glaubt?« verſetzte Fräulein Price,»na⸗ türlich glaubt ſie es.«.

Sie glaubt es!« rief Nicolaus mit ſo kräftig erho⸗ benem Tone aus, daß man dieſe Aeußerung im Augen⸗ blicke allenfalls für den Ausbruch des Entzückens halten konnte.

»Gewiß,« erwiederte Fräulein Price.

»Wenn Herr Nickleby daran gezweifelt hat, Tild⸗ chen,« ſagte das erröthende Fräulein Squeers mit ſanf⸗ ter Stimme,»ſo mag er ſich nur beruhigen. Seine Gefühle werden er«

»Halten Sie ein!« unterbrach Nicolaus die ſchöne Rednerin ſchnell.»Bitte, hören Sie mich. Dies iſt die gröbſte und ſonderbarſte Täuſchung, der vollkom⸗ menſte und auffallendſte Irrthum, der je irgend einem Menſchen begegnet iſt. Ich habe die junge Dame kaum ein Dutzend Mal geſehen; aber wenn ich ſie ſechzig Mal geſehen hätte oder dazu beſtimmt wäre, ſie ſechzig⸗ tauſend Mal zu ſehen, ſo würde es für mich ganz daſ⸗ ſelbe ſein. Ich habe keinen Gedanken, keinen Wunſch, keine Hoffnung, die mit ihr in der geringſten Verbin⸗ dung ſtände, es ſei denn und ich ſage dies nicht, um ihre Gefühle zu verletzen, ſondern um ihr den wah⸗ ren Zuſtand der meinigen ganz anſchaulich zu machen es ſei denn der eine Vorſatz, der meinem Herzen ſo theuer iſt, wie das Leben ſelbſt, dieſem verhaßten Auf⸗ enthaltsorte ſo bald als möglich meinen Rücken zu keh⸗ reu, um nie wieder meinen Fuß dahin zu ſetzen oder