Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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50 Nicolaus Nickleby.

um der Freundin eine ſchwache Vorſtellung von der hohen Bedeutung und Ueberlegenheit ihrer Familie zu geben. Es fügte ſich, daß der Zeitpunkt dieſer Auseinanderſetzung gerade in den kurzen täglichen Zwiſchenraum zwiſchen dem Act, den man ſcherzhafter Weiſe das Mittagsmahl der Zöglinge des Herrn Squeers nannte, und ihrer Rück⸗ kehr zu den gewöhnlichen Beſchäftigungen ihres eigen⸗ thümlichen Unterrichts fiel; und dies war die Stunde, in der Nicolaus gewohnt war, einen einſamen Spazier⸗ gang zu machen und, unmuthig durch das Dorf ſchlen⸗ dernd, über ſein trauriges Schickſal zu brüten. Fräulein Saueers wußte dies ſehr gut, aber ſie hatte es vielleicht vergeſſen; denn als ſie den jungen Mann bemerkte, der gerade auf ſie zukam, zeigte ſie alle Anzeichen der Ueber⸗ raſchung und Beſtürzung und verſicherte ihre Freundin, daß ihr ſo zu Muthe ſei, als ob ſie in die Erde ſinken ſollte.

»Wollen wir zurückgehen oder in ein Bauernhaus hineinlaufen?« fragte Fräulein Price.»Er ſieht uns noch nicht.«

Nein, Tildchen,« erwiederte Fräulein Squeers;»es. iſt meine Pflicht, es ganz durchzumachen, und das will ich.«

Da Fräulein Saueers dies in einem Tone ſagte, als ob ſie einen großen moraliſchen Entſchluß gefaßt hätte, und ihr überdies ein Paarmal der Athem verging, was die peinliche Spannung ihrer Gefühle verrieth, ſo machte ihre Freundin weiter keine Bemerkung, und ſie ſteuerten gerade auf Nicolaus zu, der die Augen auf den Boden geheftet hatte und ihre Annäherung daher nicht eher wahrnahm, als bis ſie ganz dicht bei ihm waren, ſonſt würde er vielleicht ſelbſt eine Zuflucht geſucht haben.