Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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44 Nicolaus Nickleby.

»Im Begriff, ohne es ſelbſt zu wiſſen, den Frieden und das Glück meiner lieben Mathilde zu zerſtören. Wie mag es kommen, daß die Männer ſich in mich verlieben, ob ich es haben will oder nicht, und daß ſie um meinetwillen ihre bereits auserwählten Zukünftigen verlaſſen?«

»Weil ſie nicht anders können,« erwiederte das Mäd⸗ chen,»die Urſache iſt einfach.«(Wenn Fräulein Squeers die Urſache war, ſo war ſie allerdings ſehr einfach.)

»Laß mich nie wieder etwas davon hören,« verſetzte Fräulein Squeers.»Nie, hörſt Du! Mathilde Price hat ihre Fehler viele Fehler; aber ich wünſche ihr Gutes, und vor allen Dingen wünſche ich ſie verheira⸗ thet zu ſehen; denn ich halte es für ſehr wünſchenswerth wünſchenswerth gerade wegen der eigenthümlichen Art ihrer Schwächen daß ſie ſich ſo bald als mög⸗ lich verheirathet. Nein, Riekchen, laß ſie Herr Browdie behalten. Ich mag ihn bedauern, den armen Men⸗ ſchen; aber ich habe großes Wohlwollen gegen Ma⸗ thilde, und ich hoffe nur, daß ſie noch eine beſſere Frau werden wird, als ich es jetzt mir möglich denke.«

Mit dieſem Erguſſe ihrer Gefühle begab ſich Fräu⸗ lein Squeers zu Bette.

Aerger iſt ein kleines Wort, aber es bezeichnet eine ſo ſeltſame Miſchung von Gefühlen und Mißtönen, als das vielfachſt Zuſammengeſetzte in unſerer Sprache. Fräu⸗ lein Squeers wußte in dem Innerſten ihres Herzens eben ſo gut, daß Alles, was das elende Dienſtmädchen geſagt hatte, nur grobe, lügneriſche Schmeichelei war, wie das Maͤdchen ſelbſt; aber die bloße Gelegenheit, ein wenig Unmuth gegen die beleidigende Freundin auszu⸗ laſſen, und, ob auch nur in der Gegenwart eines einzi⸗ gen abhängigen Geſchöpfes, den Schein anzunehmen, als bemitleide ſie ihre Schwächen und Fehler, gewährte ih⸗