Nicolaus Nickleby. 43
„»Riekchen,« verſetzte Fräulein Squeers mit vieler Würde, ves paßt ſich nicht für mich, dieſe Vergleichun⸗ gen anzuhören. Tildchen erhält dadurch den Anſchein einer gemeinen unanſtändigen Perſon, und es wäre un⸗ freundlich von mir, darauf zu hören. Ich wünſche, daß Du die Sache auf ſich beruhen läßt, Riekchen; doch muß ich ſagen, wenn Mathilde Price von irgend Jemand Lehre annähme, nicht gerade von mir—«
»Doch von Ihnen, Jungfer,« fiel Riekchen ein.
»Gut denn, von mir, Riekchen, wenn Du es haben willſt,« ſagte Fräulein Squeers.»Ich muß ſagen, wenn ſie das wollte, würde ſie nicht ſchlimmer daran ſein.«
»So denkt auch noch Jemand anders, oder ich müßte mich ſehr irren,« verſetzte das Mädchen geheimnißvoll.
»Was willſt Du damit ſagen?« fragte Fräulein Squeers..
„»Laſſen Sie es gut ſein, Jungfer,« erwiederte das Miͤdchen, vich weiß, was ich weiß, das iſt Alles.«
„Riekchen,« ſagte Fräulein Squeers mit theatraliſcher Haltung,»ich beſtehe darauf, daß Du Dich deutlicher ausſprichſt. Was ſoll dieſes dunkele Geheimniß? Sprich!«
»Nun, wenn ſie es denn haben wollen, Jungfer,« ſagte das Mädchen,»ſo iſt es das. Herr Johann Brow⸗ die denkt, wie Sie denken; und wenn er ſich nicht zu weit eingelaſſen hätte, um es mit Ehren thun zu können, ſo würde er ſehr froh ſein, Jungfer Price los zu werden und bei Jungfer Squeers anzukommen.«
»Gütiger Himmel!« rief Fräulein Squeers aus und ſchlug mit würdevoller Geberde die Hände zuſammen. »Was iſt das?«
»Die Wahrheit, Jungfer, und nichts als die Wahr⸗ heit,« entgegnete die ſchlaue Friederike.
»Was für eine Lage!« rief Fräulein Squeers aus.


