Nicolaus Nickleby. 41
den Ehrenmann bewegen konnte, zu Bette zu gehen, was er denn auch mit den Stiefeln an den Füßen und einem Regenſchirme unter dem Arme that.
Das hungrige Dienſtmädchen begleitete Fräulein Squeers wie gewöhnlich auf ihre Kammer, um ihr das Haar zu friſiren, die übrigen kleinen Geſchäfte ihrer Toilette zu be⸗ ſorgen und ſo viel Schmeicheleien an ſie zu richten, als ſie zu dieſem Zwecke aufbringen konnte. Fräulein Squeers war träge, und außerdem eitel und leichtfertig genug, um eine große Dame vorzuſtellen, und nichts als die willkür⸗ lichen Unterſcheidungen des Ranges und Standes hielten ſie ab, es wirklich zu ſein.
Wie allerliebſt Ihr Haar heute Nacht ſich kräuſelt, Jungfer!« ſagte das Landmädchen.»Es iſt wirklich ſchade und unrecht, es auszukämmen.⸗
»Halt' das Maul!« erwiederte Fräulein Squeers grimmig.
as Mädchen hatte hinreichende Erfahrung, um durch keinen Ausbruch der üblen Laune von Seiten des Fräu⸗ leins Squeers mehr überraſcht zu werden. Da ſie es ſich halb und halb denken konnte, was im Verlaufe des Abends vorgefallen war, ſo wechſelte ſie die Behandlungs⸗ weiſe, durch welche ſie ſich angenehm machen wollte, und ſchlug einen indirecten Weg ein.
„»Das muß ich aber ſagen, Jungfer, und wenn Sie mich todtſchlagen ſollten,« bemerkte die Dienerin,»daß ich noch nie Jemand geſehen habe, der ſo gemein ausſah, wie Jungfer Price dieſen Abend.
Fräulein Squeers ſeufzte und ſchickte ſich an, zuzu⸗ hören.
»Ich weiß, es iſt ſehr unrecht von mir, daß ich es ſage, Jungfer,« fuhr das Mädchen fort, erfreut über den Eindruck, den es hervorbrachte,»denn Jungfer Price iſt


