Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Nicolaus Nickleby. 37

beſpritzt waren, daß es das Ausſehen hatte, als ob es ſeit Jahren nicht bewohnt geweſen wäre.

Newman öffnete die Thür dieſer verlaſſenen Behau⸗ ſung mit einem Schlüſſel, den er aus ſeinem Hute nahm, denn dieſer war wegen des verfallenen Zuſtan⸗ des ſeiner Taſchen der Behälter, in dem er Alles nieder⸗ legte und wahrſcheinlich auch ſein Geld aufbewahrt haben würde, wenn er deſſen gehabt hätte. Der Kutſcher wurde befriedigt, und Newman führte die Damen in das Innere des Gebaͤndes.

Alt, düſter und ſchwarz war es in der That, und traurig und finſter waren die Gemächer, die einſt von Leben und Geſchäftsthätigkeit voll waren. Es war ein Schiffslandeplatz hinter dem Hauſe, der auf die Themſe binausging. Ein leerer Hundeſtall, einige Knochen, Bruch⸗ ſtücke von eiſernen Reifen und Stäbe von alten Fäſſern lagen zerſtreut umher, aber da war keine Spur von Le⸗ ben. Das Ganze war ein Bild des kalten, ſchweigenden Verfalls.

»Dies Haus drückt und beengt mich,« ſagte Käth⸗ chen; ves iſt kalt, als ob der Mehlthau darauf gefallen wäre. Wenn ich abergläubiſch wäre, ſo könnte ich glau⸗ ben, daß ein furchtbares Verbrechen in dieſen alten Mauern verübt wäre, und daß der Ort ſeitdem nicht wieder gedeihen wollte. Wie abſchreckend und düſter es ausſieht!«

»Guter Gott, meine Liebe,« fiel Madame Nickleby ein,ſprich nicht auf dieſe Weiſe, oder Du erſchreckſt mich noch zum Tode.

»Es iſt nur meine thörichte Einbildung, Mama,⸗ ſagte Käthchen und zwang ſich zu lächeln.

»Wenn es das iſt, meine Tochter, ſo wünſchte ich, Du behielteſt Deine thörichte Einbildung für Dich und