Nieolaus Nickleby. 27
»Wir haben in unſerm Geſchäfte beſtändig zwanzig junge Mädchen in Arbeit,« ſagte Madame.
„»Wirklich, Madame?« erwiederte Käthchen furchtſam.
»Ja wohl, und darunter einige verdammt hübſche,⸗ ſagte der würdige Eheherr.
»Mantalini!« rief ſeine Frau in vorwurfsvollem Tone aus.
»Idol meiner Sinne!« entgegnete Mantalini.
»Willſt Du mir das Herz brechen?«
»Nicht für zwanzigtauſend Hemiſphären, die mit— mit kleinen Ballettänzerinnen bevölkert wären,« erwie⸗ Mantalini in poetiſcher Stimmung.
»Du wirſt es aber, wenn Du auf dieſe Weiſe zu ſpre⸗ chen fortfährſt,« ſagte ſeine Gattin.»Was ſoll Herr Nickleby denken, wenn er Dich hört?«
»Oh, Madame, nichts; nicht das Geringſte,« verſetzte Ralph.»Ich kenne ſeine liebenswürdige Art und die Ihrige,— das ſind bloß kleine Bemerkungen, die Ihrem täglichen Verkehr eine Würze geben; Zwiſtigkeiten unter Liebenden, welche die Süßigkeit jener häuslichen Freuden vermehren, die ſo lange dauern ſollen,— das iſt Alles; das iſt Alles.
Wenn eine eiſerne Thür mit ihren Haſpen im Strei te liegt und den feſten Entſchluß gefaßt hat, mit der lang⸗ ſamſten Hartnäckigkeit aufzugehen und ſie dabei zu Pul⸗ ver zu zermalmen, ſo giebt ſie einen angenehmeren Laut von ſich, als dieſe Worte in dem rauhen und bittern Tone, in welchem ſie von Ralph geſprochen wurden. Selbſt der Geck Mantalini fühlte dies und rief, indem er ſich ganz erſchrocken umkehrte, aus:»Mon Dieu! was für ein abſcheuliches Gekrächze!«
»Sie werden am beſten thun, gar nicht darauf zu


