26 Nicolaus Nickleby.
»Mein lieber Mann,« ſagte Madame,»das iſt Deine eigene Schuld!«
„»Meine Schuld, Du Freude meines Herzens?«
„»Gewiß,« entgegnete die Dame,»was kannſt Du er⸗ warten, wenn Du den Menſchen nicht ſtrafen willſt?«
»Ihn ſtrafen, mein Schatz?«
„»Allerdings; es iſt durchaus nothwendig, daß man ein ernſtes Wort mit ihm ſpricht,« ſagte Madame ſchmol⸗ lend. b
»Ei, dann ärgere Dich nur nicht,« verſetzte Herr Mantalini,»er ſoll durchgepeitſcht werden, bis er heult wie zehn Teufel.« Mit dieſem Verſprechen küßte Herr Mantalini ſeine Gattin, und nachdem er dies gethan, zupfte Madame Mantalini ihn ſcherzhaft am Ohre, wor⸗ auf ſie in das Geſchäftszimmer hinuntergingen.
»Nun, Madame,« ſagte Ralph, der alle dem mit ſo bitterer Verachtung zugeſehen hatte, wie wenige Menſchen in ihren Mienen ausdrücken können.»Dies iſt meine Nichte.«—
»Ach ja, Herr Nickleby,« erwiederte Madame Man⸗ talini, die Käthchen vom Kopfe bis zu den Füßen, und dann noch einmal von den Füßen bis zum Kopfe be⸗ trachtete.»Können Sie franzöſiſch ſprechen, mein Kind?«
»Ja, Madame,« entgegnete Käthchen, und wagte da⸗ bei nicht, die Augen aufzuſchlagen; denn ſie bemerkte, daß die Blicke dieſes gehäſſigen Mannes im Schlafrocke wieder auf ſie geheftet waren.
»Wie eine verdammte Franzöſin?« fragte der Gatte.
Fräulein Nickleby gab auf dieſe Frage keine Antwort, ſondern kehrte dem Nachforſchenden den Rücken, als ob ſie nur darauf bedacht wäre, darauf, was ſeine Frau zu wiſſen verlangte, Auskunft zu ertheilen.


