Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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Nicolaus Nickleby. 25

lein Nickleby an, bis der Diener hereintrat, worauf er abließ und dem Menſchen befahl, ſeiner Gebieterin zu ſagen, daß ſie doch ſogleich kommen möchte. Dann fing er wieder an zu gaffen und hörte nicht eher auf, als bis Madame Mantalini erſchien.

Die Putzmacherin war eine ſtattliche Perſon, hübſch gekleidet und ziemlich gut ausſehend, aber viel älter als der Herr in den türkiſchen Pantalons, den ſie vor unge⸗ fähr ſechs Monaten geheirathet hatte. Sein Name war urſprünglich Mantel; er war aber durch einen leichten Uebergang in Mantalini umgewandelt worden, indem die Dame mit Recht der Meinung war, daß ein Name, der keinen ausländiſchen Klang hätte, ihrem Geſchäfte Ein⸗ trag thun könnte. Er hatte auf ſeinen Backenbart ge⸗ heirathet: ein Artikel, von dem er mehrere Jahre ſich auf eine ſehr anſtändige Weiſe unterhalten, und dem er vor Kurzem noch höheren Werth verliehen hatte, indem er nach geduldiger Pflege einen Schnurrbart hinzufügte, der ihm für immer eine unabhängige Stellung zu ſichern verſprach. Sein Antheil an der Thätigkeit des Geſchäf⸗ tes war für den Augenblick darauf beſchränkt, daß er das Geld durchbrachte, und bei Gelegenheit, wenn dieſes nicht ausreichte, zu Herrn Ralph Nickleby fuhr, um ſich gegen die gebührenden Prozente Vorſchüſſe auf die Rechnungen der Kunden geben zu laſſen.

»Mein Leben,« ſagte Herr Mantalini zu ſeiner Gat⸗ tin,»was für eine verdammt lange Zeit Du auch auf Dich warten läſſeſt!«

»Ich wußte ja nicht einmal, daß Herr Nickleby hier war, mein Geliebter,« erwiederte Madame Mantalini.

»Was muß dann dieſer Bediente für ein doppelt ver⸗ dammter hölliſcher Schurke ſein, meine Seele!« fuhr Herr Mantalini fort zu eifern.