—
Nicolaus Nickleby. 13
Bruders ab; aber wenn er dies thun will, und Nico⸗ laus uns nur ſagt, daß er wohl und guten Muthes iſt, will ich zufrieden ſein.⸗
Als ſie zu ſprechen aufhörte, ließ ſich ein Geräuſch hinter dem Schirm vernehmen, der zwiſchen ihr und der Thür ſtand, und es klopfte Jemand an die Wand deſſelben.
»Herein, wer es immer ſein mag,« rief Fräulein La Creevy.
Der Anklopfende folgte dieſer Aufforderung, und da er vortrat, zeigten ſich die Formen und Züge von kei⸗ ner geringeren Perſon, als Herrn Ralph Nickleby ſelbſt.
»Ihr Diener, meine Damen!« ſagte Ralph und ſah mit ſcharfem Blicke zuerſt die eine und dann die andere an.»Sie ſprachen ſo laut, daß ich nicht im Stande war, mich hörbar zu machen.«
Wenn der Würdige einen ungewöhnlich nichtswürdi⸗ gen Streich im Schilde führte, oder irgend eine unge⸗ wöhnliche Bosheit im Herzen trug, ſo hatte er die Sitte, ſeine Augen unter den dicken vorſtehenden Brauen einen Moment beinahe ganz zu verbergen, und dann mit ihrer vollen Schärfe hervorſchießen zu laſſen. So that er jetzt und verſuchte das Lächeln zu unterdrücken, welches ſeine dünnen, zuſammengepreßten Lippen trennte und die unangenehmen Züge um ſeinen Mund hervorhob. Die beiden Frauenzimmer begriffen ſogleich, daß er, wenn nicht ihre ganze Unterhaltung, doch einen Theil derſel⸗ ben belauſcht hatte.
»Ich ſprach hier an, indem ich oben hinauf gehen wollte, weil ich beinahe gewiß erwartete, Dich hier zu finden,« ſagte Ralph zu ſeiner Nichte gewendek, und ſah dabei mit verächtlicher Miene das Portrait an.»Iſt dies das Portrait meiner Nichte, Mademoiſelle?«


