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Oliver Twiſt. 181
tes abbrach und eine andere daran ſchnitt, wie nur im⸗ mer ein gar nicht betheiligter Zuſchauer hätte zuſehen können.
Als er den Richter anſah, beſchäftigte er ſich mit dem Anzuge deſſelben, wie viel derſelbe wohl koſte und wie er ihn anlege. Auf der Bank ſaß auch ein alter fetter Herr, der vor einer halben Stunde hinausgegangen war und jetzt zurückkam. Er war neugierig, ob der Mann wohl gegeſſen, was er gegeſſen nnd wo er gegeſſen habe und hing dieſen ſorgloſen Gedanken nach bis ein ande⸗ rer Gegenſtand ihn auf andere brachte.
Nicht daß er dieſe Zeit über einen Augenblich ganz frei von dem drückenden Gefühle geweſen wäre, daß er am Rande des Grabes ſtehe; dies war ihm immer ge⸗ genwärtig, aber nur unklar, und er konnte ſeine Gedan⸗ ken nicht feſt darauf richten. So zählte er, während er bei dem Gedanken an einen ſchnellen Tod zitterte und bebte, die Eiſenſtäbe vor ihm, wunderte ſich, wie die Spitze eines derſelben abgebrochen ſein mochte, und dachte daran, ob man wohl eine andere daran mache oder nicht. Dann fielen ihm wieder alle Schrecken des Galgens und des Schaffottes ein, während er einem Manne zuſah, der die Dielen beſprengte, um etwas Kühlung zu verſchaffen.
Endlich erhob ſich ein Ruf um Ruhe und athemlos ſahen Alle nach der Thür. Die Geſchworenen kamen zurück und gingen dicht an ihm vorbei. Aus ihrem Ge⸗ ſichtern konnte er nichts errathen. Es folgte eine vollkom⸗ mene Stille,— man hörte keinen Athemzug.— Schuldig!
Das Gebäude erbebte von einem gewaltigen Jubel, dann noch einmal und zum drittenmale. Dann ertönte draußen ein lautes Geſchrei, weit in die Ferne, wie grollender Donner. Das Volk draußen begrüßte damit


