Teil eines Werkes 
3. Th. (1839)
Entstehung
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182 Oliver Twiſt.

die Nachricht, daß der Jude am Montage ſterben werde.

Das Geräuſch ließ allmälig nach, und er wurde ge⸗ fragt, ob er etwas zu ſagen habe. Er nahm ſeine hor⸗ chende Stellung wieder an, ſah den Fragenden unver⸗ wandt in das Geſicht, aber die Frage mußte zweimal wiederholt werden, ehe er dieſelbe zu hören ſchien und dann murmelte er bloß, er ſei ein alter Mann, ein alter Mann, ein alter Mann, immer leiſer, bis er wieder ſchwieg. Der Richter ſetzte die ſchwarze Mütze wieder auf und der Gefangene ſtand noch immer mit derſelben Miene und derſelben Geberde da. Eine Frau auf der Gallerie wurde durch dieſe ſchauerliche Feierlich⸗ keit zu einem Ausrufe getrieben; er ſah haſtig empor, als ſei er unwillig über die Unterbrechung und beugte ſich noch aufmerkſamer vor. Die Anrede war feierlich und eindringlich, das Urtheil ſchrecklich anzuhören, aber er ſtand da wie eine Marmorfigur, ohne mit einem Muskel zu zucken. Sein ſtieres Geſicht blieb vorgeſtreckt, die untere Kinnlande hing nieder und ſeine Augen quol⸗ len weit heraus, als der Kerkermeiſter ihn anfaßte und ihm winkte zu folgen. Er ſah ſich einen Augenblick wie dumm um und gehorchte.

Man führte ihn durch einen gepflaſterten Raum un⸗ ter dem Gerichtsſaale, wo einige Gefangene warteten, bis die Reihe an ſie komme, und andere mit ihren Freun⸗ den ſprachen, die ſich an ein Gitter drängten, das auf einen freien Hof ſah. Niemand war da, der mit ihm geſprochen hätte, aber als er vorüberging, wichen die Gefangenen zurück, um ihn für die Leute ſichtbarer zu machen, die ſich an die Stäbe anhielten, ihn mit Schmäh⸗ worken überhäuften und ziſchten. Er drohete mit der Fauſt und wollte ſie anſpeien, aber ſeine Führer zogen ihn ſchnell durch einen dunkeln Gang, der nur durch ein