Teil eines Werkes 
3. Th. (1839)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Oliver Twiſt. 3 173

gegenwärtig und ſind ſelbſt vor dem Geſetze ſchuldiger als die beiden Andern, denn das Geſetz nimmt an, daß Ihre Frau unter Ihrer Anleitung handelt.«

»Wenn das Geſetz dies annimmt,« ſagte Bumble, indem er ſeinen Hut zwiſchen beiden Händen drückte,»ſo iſt das Geſetz ein Eſel. Wenn das Geſetz dies annimmt, ſo iſt das Geſetz ein Hageſtolz, und das Schlimmſte, das ich ihm wünſchen kann, iſt, daß ihm die Augen durch die Erfahrung mögen geöffnet werden, durch die Er⸗ fahrung.«

Herr Bumble betonte dieſe letzten Worte ſehr ſtark, drückte den Hut feſt über den Kopf, ſteckte die Hände in die Taſchen und folgte ſeiner Ehehälfte.

»Mein Fräulein,« ſagte Brownlow zu Roſa,»geben Sie mir Ihre Hand. Zittern Sie nicht, Sie brauchen Sich vor den noch übrigen wenigen Worten, die wir zu ſagen haben, nicht zu fürchten.«

»Wenn ſie, ich weiß nicht, wie es möglich war, aber wenn ſie ſich auf mich beziehen,« ſagte Roſa, »ſo laſſen Sie mich dieſelben zu einer andern Zeit hö⸗ ren.« Ich habe jetzt nicht Muth genug dazu.

Nein,« entgegnete der alte Herr, indem er ihren Arm nahm.»Sie beſitzen noch mehr Muth. Kennen Sie dieſe junge Dame, Herr?«

»Ja,« antwortete Monks.

Ich ſah Sie nie vorher,« ſprach Roſa halblaut.

Ich aber habe Sie oft geſehen,« entgegnete Monks.

»Der Vater der unglücklichen Agnes hatte zwei Töch⸗ ter,« ſagte Brownlow.»Was wurde aus der zweiten dem Kinde?«

»Das Kind,« antwortete Monks,»wurde, als der Vater an einem fremden Orte, unter einem falſchen Na⸗ men ſtarb, und keinen Brief, kein Buch, kein Papierſtück⸗