Teil eines Werkes 
3. Th. (1839)
Entstehung
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168 Oliver Kwiſt.

edeln Charakter erben werde. Würde er in dieſer Er⸗ wartung getäuſcht, ſo ſollte das Geld Ihnen zufallen, denn dann, und nur erſt dann, wenn beide Kinder gleich wären, wollte er Ihr Vorrecht auf ſein Vermögen an⸗ erkennen, ob Sie gleich keinen Anſpruch auf ſein Herz und ihn ſchon als Kind mit Kälte und Widerwillen be⸗ handelt hätten.«

»Meine Mutter,« fuhr Monks lauter fort,»that, was eine Frau und Multer thun mußte, ſie verbrannte das Teſtament. Der Brief kam nie an den Ort ſeiner Beſtimmung, ſondern ſie behielt dieſen und andere Be⸗ weife für ſich für den Fall, daß man die Schande viel⸗ leicht wegläugnen wollte. Des Mädchens Vater erfuhr von ihr die Wahrheit ſo, wie ihr gewaltiger Haß und darum liebe ich ſie es ihr eingab. Getrieben von Scham und Schande, entfloh er mit ſeinen Kindern in einen entlegenen Theil von Wales und nahm ſelbſt einen andern Namen an, damit ſeine Freunde ſeinen Zufluchtsort nie erführen, und hier wurde er nicht lange darauf todt in ſeinem Bette gefunden. Das Mädchen hatte ins Geheim einige Wochen vorher ihre Heimath verlaſſen; er hatte ſie zu Fuße in jeder Stadt und jedem Dorfe in der Nähe geſucht und in der Nacht, als er mit der Ueberzeugung zurückkam, daß ſie Hand an ihr Leben gelegt habe, um ihre und ſeine Schande zu ber⸗ gen, brach ſein altes Herz.«

Es folgte eine kurze Pauſe, nach welcher Brownlow den Faden der Erzählung wieder aufnahm.

» Nach Jahren,« ſagte er,»kam die Mutter dieſes Mannes, Eduard Leefords, zu mir. Er hatte ſie in ſeinem achtzehnten Jahre verlaſſen, ihr Juwelen und Geld geſtohlen, geſpielt, verſchwendet, betrogen und war nach London entflohen, wo er zwei Jahre lang mit dem