Teil eines Werkes 
3. Th. (1839)
Entstehung
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Oliver Twiſt. 167

gen, wäre er am Leben geblieben, und bat ſie, wenn er ſterbe, ſeinem Andenken nicht zu fluchen, noch zu glauben, daß die Folgen ihrer Sünde ſie und ihr Kind treffen würden; er allein trage alle Schuld. Er erinnerte ſie an den Tag, an welchem er ihr das kleine Medaillon und den Ring gegeben hatte, an dem ihr Taufname ein⸗ gegraben und Platz für jenen gelaſſen ſei, den er ihr einſt geben zu können gehofft habe, erſuchte ſie, die⸗ ſen Ring noch aufzubewahren und an ihrem Herzen zu tragen, wie ſie es immer gethan; dann wiederholte er dieſelben Worte von neuem, da er wahrſcheinlich bei dem Schreiben bereits das Bewußtſein verloren hatte.« »Das Teſtament?« fragte Brownlow, während Oli⸗ ver die Thränen über die Wangen ſtrömten.»Davon will ich ſprechen. Das Teſtament war in demſelben Geiſte wie der Brief abgefaßt. Er ſprach von Kummer und Elend, die ſeine Gattin über ihn gebracht, von der Widerſpänſtigkeit, dem Laſter, der Bosheit und den früh⸗ zeitigen böſen Leidenſchaften ſeines einzigen Sohnes, der im Haſſe gegen ihn erzogen worden, und hinterließ Ihnen, wie Ihrer Mutter, jedem, einen Jahrgehalt von 800 Pfund. Sein Vermögen aber theilte er in zwei gleiche Theile, einen für Agnes Fleming und den andern für ihr und ſein Kind, wenn es lebendig zur Welt kommen und am Leben bleiben ſollte. Wäre es ein Mädchen, ſo ſollte daſſelbe das Geld ohne Bedingung erhalten; wäre es aber ein Knabe, nur unter der Bedingung, daß er in ſeiner Unmündigkeit ſeinen Namen nicht durch eine öffentliche, ſchlechte, gemeine, böswillige That befleckt habe. Er that dies, ſeinem Ausſpruche nach, um ſein Vertrauen zu der Mutter und ſeine Ueberzeugung zu beweiſen, die durch die Nähe des Todes nur beſtärkt würde, daß das Kind ihr ſanftes Herz und ihren