Oliver Twiſt. 155
und kam gleich darauf mit Karlchen Bates zurück. Si⸗ kes ſaß der Thür gegenüber, ſo daß der Knabe ihn ſehen mußte, ſobald er eintrat.
„»Tobias,« ſagte der Knabe, indem er zurückprallte, als Sikes ihn anſah,»warum ſagten Sie mir das nicht unten?«
Es hite etwas ſo Gräßliches in dem Zurückweichen der drei Perſonen gelegen, daß der elende Mörder gern wenigſtens dieſem Knaben für ſich gewonnen hätte. Er nickte deshalb und that, als wolle er ihm die Hand reichen.
„Laſſen Sie mich in die Kammer daneben gehen,«.
ſagte der Knabe, indem er noch weiter zurücktrat.
„Warum, Karlchen?« ſagte Sikes, der auf ihn zu⸗ trat.»Kennſt— kennſt du mich nicht?«
„Kommen Sie mir nicht näher,« antwortete der Knabe, ausweichend und entſetzt den Mörder anblickend. „Sie Unmenſch!«
Der Mann blieb auf dem halben Wege ſtehen und ſie ſahen einander an, aber die Augen des Mörders ſan⸗ ken allmälig nieder.
„Sie drei ſind Zeugen,« fuhr der Knabe fort, in⸗ dem er die geballte Fauſt ſchüttelte und immer aufgereg⸗ ter wurde,»Sie drei ſind Zeugen,— ich fürchte mich nicht vor ihm,— wenn die Leute ihn hier ſuchen, ver⸗ rathe ich ihn, das thue ich. Ich ſage es rein heraus; er mag mich todtſchlagen, wenn er Luſt hat oder es wagt, aber wenn ich dabin, werde ich ihn verrathen. Ich würde ihn verrathen, und wenn er lebendig gebra⸗ ten werden ſollte. Mörder! Hülfe! Habt ihr ein Herz, ſo helft mir. Mörder! Hülfe! Nieder mit ihm!«
Während der Knabe ſo ſchrie und heftig geſticulirte, fiel er wirklich allein über den ſtarken Mann her und


