Teil eines Werkes 
3. Th. (1839)
Entstehung
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„

Oliver Twiſt. 45

dem Leben geriſſen werden könnte, das ich jetzt führe.«

„»Da Sie ſich früher für den armen Knaben verwand⸗ ten,« ſagte Roſa,»da Sie mit ſo großer Gefahr hier⸗ herkamen, um mir zu ſagen, was Sie hörten, Ihr gan⸗ zes Weſen, das mich von der Wahrheit deſſen überzeugt, was Sie ſagen, Ihre offenbare Reue und Ihre Schaam, alles bewegt mich zu der Hoffnung, daß Sie noch geret⸗ tet werden könnten. Ach!« fuhr Roſa fort, indem ſie ihre Hände faltete, während die Thränen über ihre Wan⸗ gen ſtrömten.»Hören Sie die Bitten einer Ihres Ge⸗ ſchlechtes an, der erſten— der erſten, wie ich glaube, die jemals mit dem Tone des Mitleides und des Be⸗ dauerns zu Ihnen ſprach. Hören Sie meine Worte und laſſen Sie ſich von mir zu beſſeren Dingen retten.«

»Mein Fräulein!« rief das Mädchen, indem ſie auf ihre Kniee ſank,»liebe, ſanfte, engelgleiche Dame, Sie ſind die erſte, die mich jemals mit ſolchen Worten be⸗ glückte und hätte ich ſie vor Jahren gehört, ſo würde ſie mich von einem ſündhaften, grauenhaften Leben zurück⸗ gebracht haben,— aber es iſt zu ſpät,—es iſt zu ſpät.«

„»Zur Reue und Buße iſt es nie zu ſpät,« entgegnete Noſa.

„»Und doch,« erwiederte das Mädchen in Verzweif⸗ lung; vich kann ihn jetzt nicht verlaſſen,— es könnte ſein Tod ſein«

„»Warum ſollten Sie es nicht können?«

„Nichts könnte ihn retten,« entgegnete das Mädchen. »Wenn ich Andern ſagte, was ich Ihnen geſagt habe und Ihre Verhaftung veranlaßte, würde er gewiß ſter⸗ ben. Er iſt der kühnſte und ſo grauſam geweſen!«

„Iſt es möglich, daß Sie für einen ſolchen Mann Ihre Hoffnung auf die Zukunft und die Gewißheit au⸗ genblicklicher Rettung aufgeben können? Das iſt Wahnſinn.«⸗